Wenn die Radarfalle zuschnappt – was Sie wissen müssen

Ein Blitzer kann ein hinterlistiges Instrument der Verkehrsüberwachung sein. Wer schon einmal geblitzt wurde, der weiß, wie lästig das Prozedere ist, wenn die Radarfalle ihrem Namen wieder mal alle Ehre gemacht hat. Da bleibt oft nicht mal Zeit, um „Cheeeeese“ zu sagen!

Falls Sie Pendler sind, kennen Sie sicher das große Problem: Die Haus- und Hofstrecke könnte man auch mit verbundenen Augen fahren. Da kann es vorkommen, dass man nicht mehr mit hundertprozentiger Konzentration auf der Straße unterwegs ist. Schnappt die Radarfalle zu, ist das Ärgernis umso größer.

Bei hoher Verkehrsbeteiligung kann es von Vorteil sein, sich gelegentlich über die rechtlichen Rahmenbedingungen Gedanken zu machen, denn das Jahr 2019 hat wieder ein paar signifikante Neuerungen im Bußgeldkatalog gebracht. Entwickeln Sie eine Strategie, wie man am besten mit Radarkontrollen und deren Konsequenzen umgehen sollte. Nützliche Tipps und Infos zu den momentanen Richtlinien erfahren Sie hier.

Abbildung 1: Radarfalle

Blitzern zuvorkommen – aber wie?

Oberste Priorität ist und bleibt: Halten Sie sich an das Tempolimit! Einen besseren Schutz gegen Blitzer gibt es nun mal nicht. Leider sind Menschen aber nicht perfekt und gewisse Dinge passieren einfach. Mit diesen Vorher- und Nachher-Punkten behalten Sie die Kontrolle:

Vorher

Informieren Sie sich vorab über die Standorte von Radarfallen. Viele Radiosender bieten diesen Service an, bei dem Autofahrer anrufen und andere warnen können. Auch das Internet kann helfen. Werfen Sie einen Blick auf die gängigen Plattformen wie blitzer.de oder suchen sie ganz gezielt in speziellen Facebook-Gruppen. Das Vorab-Informieren ist nicht strafbar. Illegal wird es erst dann, wenn sie beispielsweise versuchen, den Polizeifunk abzuhören.

! VORSICHT !

Es gibt im Handel etliche Technik-Gadgets, die vor Radarkontrollen warnen. Das beginnt bei einfachen Handy-Apps und Navi-Plugins und hört bei äußerst preisintensiven Extrageräten auf. Das Problem dabei? Sie können davon kaufen, so viel Sie wollen: das Benutzen bleibt in hohem Maße strafbar. Die StVO bleibt hier knallhart: Wer Radarwarner besitzt, ob als POI-Gerät oder, noch heikler, als Lasererfassungssystem, riskiert Bußgelder zwischen 75-150€ und mindestens einen Punkt in Flensburg.

Nachher

Eine Großstadt wie Bielefeld kann allein mit Blitzer-Bußgeldern im Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag erwirtschaften. Ist solch eine Summe zwar gut für die Kasse der Kommune, so zeigt sich doch, mit welcher Hartnäckigkeit gegen die Verkehrssünde der Geschwindigkeitsüberschreitung vorgegangen wird. Wer geblitzt wird, ärgert sich natürlich sehr darüber. Vor allem wenn es neben der Geldbuße auch noch zu einem Fahrverbot kommt. Aber muss man die Maßnahmen der Behörden eigentlich bedingungslos akzeptieren? Nicht unbedingt, denn ein spezialisierter Rechtsberater kann in vielen Fällen mehr tun, als man denkt.

Wann lohnt sich der Anwalt?

Natürlich ist nicht bei jedem Tempoverstoß gleich ein Rechtsbeistand von Nöten. Ein kontinuierlicher Blick auf den aktuellen Bußgeldkatalog zum Thema Geschwindigkeitsüberschreitung kann Aufschluss geben, wann es ernst wird und wann der Einspruch eigentlich unsinnig wäre. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Straßenentwicklung hat auch 2019 wieder die Richtlinien verschärft.

Innerorts verhält es sich mit der Missachtung des Tempolimits natürlich ein wenig anders als außerorts. Wer hier mit dem PKW ein bisschen zu schnell unterwegs ist, also bis zu 20 km/h über der Geschwindigkeitsbegrenzung liegt, der sollte grundsätzlich das Verwarngeld bezahlen, da es die Grenze von 30€ (außerorts) bzw. 35€ (innerorts) nicht übersteigen sollte. Ein anderer Fahrzeugtyp kann diese Richtlinien jedoch verschieben.

Überschreiten Sie das Tempolimit in erheblicherem Maße, fallen die Strafen deutlich empfindlicher aus. Spätestens wenn die Bußgelder auf einen dreistelligen Betrag klettern und ein Fahrverbot droht, sollten Sie darüber nachdenken, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren. 2019 wird dieser Fall umso brisanter, da die Punktegrenze für einen Entzug der Fahrerlaubnis im Laufe der letzten Jahre erheblich verringert wurde. Mittlerweile muss mit acht Punkten der Führerschein abgegeben werden, während es 2014 noch 18 Stück waren. Bedenken Sie zudem, dass äußerliche Gegebenheiten wie schlechte Witterungsverhältnisse einen enormen Einfluss auf die Höhe eines Bußgeldes haben. Wer bei Nebel rast, braucht sich nicht wundern, falls es dann finanziell schmerzen wird.

Was kann der Rechtsberater für Sie tun?

Wer auf ein Auto angewiesen ist, sollte sich bei einem erhöhten Straftatbestand schnell um die Hilfe eines Spezialisten kümmern, also in der Regel einen Rechtsanwalt für Verkehrsrecht heranziehen. Dieser kann nach Einsicht der Bußgeldakte einigen Fragen nachgehen, welche das Verfahren beeinflussen und die Strafe sogar abwenden können. Zum Beispiel folgende:

● War die Radarfalle überhaupt richtig aufgebaut oder wurden technische Fehler bei der Bedienung gemacht?

● Kann der verantwortliche Fahrzeugführer überhaupt ermittelt werden?

● Wurde der Abstand zwischen der Blitzeranlage und dem Schild für die Geschwindigkeitsbegrenzung eingehalten?

● Gibt es Verfahrensfehler, die eventuell eine Verfolgungsverjährung legitimieren?

● Wurden bei der Messung gewisse Toleranzen berücksichtigt?

Die finanziellen Aspekte sind selbstverständlich stets zu berücksichtigen. Falls Sie keine Verkehrsrechtsschutzversicherung besitzen, raten die meisten Juristen, die Kosten und Erfolgschancen gegeneinander abzuwägen.

Bildquellen:

Abbildung 1: pixabay.com © manfredrichter (CC0 Public Domain)

Weitere Links:

https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/radarwarngeraete-kann-man-sich-vor-blitzern-schuetzen/

https://www.autobild.de/artikel/blitzer-app-radarwarner-14412521.html

https://www.flegl-rechtsanwaelte.de/geblitzt-worden-was-nun

https://www.autozeitung.de/bussgeld…