So benutzt man ein Car-Diagnostic Tool

Was die digitale Vernetzung betrifft, sind ältere Fahrzeuge eher schlecht ausgerüstet. Wlan sucht man sogar heute noch oft vergebens, USB-Anschlüsse und Bluetooth sind auch erst seit kurzem ein Selbstverständnis. Solche älteren Fahrzeuge können damit aber nachgerüstet werden, beispielsweise über ein modernes Autoradio – wobei man bei so manchem modernen Gerät eher Mediencomputer dazu sagen müsste. Moderne Fahrzeuge verfügen aber über Funktionen, die weit über dieses Maß hinausgehen: Per Tablet oder Smartphone lassen sich Daten wie Geschwindigkeit und Drehzahl ablesen. Ein virtueller Tacho sozusagen. Gleichzeitig ist eine Navigationsapp integriert und das automatische Einparken lässt sich ebenfalls per Smartphone steuern. Zu Wartungszwecken lassen sich Daten wie die Öltemperatur ablesen, Wartungsnotwendigkeiten und Fehlfunktionen werden ebenfalls angezeigt. Wie das funktioniert? Hinter der Steuerung all dieser Funktionen steckt eine wichtige Netzwerktechnologie: Der CAN-Bus bzw. die OBD/OBD2 Fahrzeugdiagnose.

Abbildung 1: Audi A1

Auch ältere Autos, etwa ab 1980/1990, verfügen über einen CAN-Bus. Dieser Bus ist eine Datenleitung, über welche die einzelnen Komponenten eines Autos miteinander kommunizieren. Selbstverständlich kann man ihn über eine Schnittstelle anzapfen und so Daten auslesen oder durch Einstellungsänderungen das Verhalten der Komponenten verändern. Früher war für eine solche OBD Diagnose der Besuch einer Fachwerkstatt notwendig, im Regelfall bei einer Vertragswerkstatt des Herstellers. Der Grund sind herstellerspezifische Protokolle. Man kann sich das in etwa so vorstellen, als dass jeder Hersteller seine Komponenten mit einer anderen Sprache miteinander sprechen lässt.

Die Auswahl des richtigen OBD2-Adapters

Heute ist das deutlich einheitlicher gestaltet: Viele Befehle sind von Hersteller zu Hersteller gleich, die Unterschiede sind kleiner. Zudem ist die IT soweit fortgeschritten, als dass die heute verfügbaren drahtlosen OBD2-Adapter bzw. die zugehörige App diese unterschiedlichen Befehle kennen – deshalb muss man vor dem Kauf eines solchen Systems nachschauen, ob das eigene Auto davon unterstützt wird. Dabei ist nicht nur auf den Hersteller, sondern auch auf das Modell und ggf. sogar die Modellvariante zu achten.

Den OBD Adapter anschließen

Die Auswahl eines passenden Adapters bzw. der richtigen App ist der schwierigste Teil. Von da an wird es einfacher: Der Adapter wird mit der OBD2-Schnittstelle verbunden. Dazu muss man den Adapter einfach nur in die OBD-Buchse stecken. Meist befindet sie sich unterhalb des Lenkrades oder unter einer Abdeckung in der Mittelkonsole. Das Auto muss für die volle Funktionsbereitschaft natürlich angeschaltet sein bzw. der Motor laufen. Die meisten Funktionen kann man aber bereits bei eingeschalteter Zündung nutzen – beispielsweise das Auslesen von Fehlercodes.

Was mit einem OBD Adapter möglich ist: Fehlercodes auslesen und mehr

Das funktioniert nun über die zum Adapter gehörende App. Damit diese mit dem Adapter kommunizieren kann, muss eine Bluetooth-Verbindung zwischen Adapter und Smartphone hergestellt werden. Nun lassen sich in der App Fehlercodes oder Sensordaten auslesen. Einige Apps erlauben auch das Umstellen einzelner Funktionen – beispielsweise lässt sich so bei manchen Fahrzeugen das Tagfahrlicht ausschalten. Auch ein Motortuning ist auf diese Weise theoretisch möglich, wenngleich mit steigender Komplexität der Veränderung auch die technische bzw. softwaretechnische Hürde steigt. Dass sich solche Modifikationen schnell in einer rechtlichen Grauzone bewegen und entsprechende Folgen haben können (Verlust des Versicherungsanspruchs, Verlust der Herstellergarantie, …), sollte klar sein.

Bildquellen:

Abbildung 1: pixabay.com © gessinger (CC0 Public Domain)

Weitere Links:

https://www.auto-tipps.de/finanzen/adac-versicherungen/

https://shop.autoaid.de/…

https://www.go-gadget.de/gadgets/obd-ii-bluetooth-adapter-test/