Auto richtig reinigen – worauf kommt es an?

Das Auto gilt als des Deutschen liebstes Kind. Sicher in den meisten Fällen ein Klischee, vermittelt dieser Ausspruch ein Gefühl dafür, wie wichtig das Auto ist. Inzwischen sind allein im Segment der Pkw laut KBA in Deutschland mehr als 45 Millionen unterwegs. Fast 30 Millionen davon sind Fahrzeuge mit Ottomotor. Und die Tendenz steigt. Das Bedürfnis nach Mobilität dient dabei nicht dem Selbstzweck. Von immer mehr Beschäftigten wird erwartet, dass sie nicht innerhalb einer Stadt mobil sind. Pendler sitzen täglich oft mehrere Stunden im Auto.

Letzteres ist unter diesen Rahmenbedingungen gefordert. Der Motor unterliegt mit jedem gefahrenen Kilometer Verschleiß. Für Reifen, Felge und Bremse ist es ein Wechsel aus Trockenheit, Regen oder Schnee und Streusalz, der zur Herausforderung wird. Bedeutet: Der Lebenszyklus eines Autos ist endlich. In den vergangenen Jahren hat sich die Laufleistung der Fahrzeuge drastisch erhöht. Durchschnittlich wandert ein Auto heute mit 18 Jahren in die Schrottpresse. Um diesen Moment so lange wie möglich hinauszuzögern, können Halter zu dem einen oder anderen Trick greifen. Denn mit etwas Pflege kann der Pkw ein stolzes Alter erreichen und dabei immer noch recht gut aussehen.

Hin und wieder benötigt jedes Auto einmal eine Reinigung – doch was sollte dabei beachtet werden, damit das Ergebnis perfekt wird?

Außenreinigung des Pkw

Die Reinigung eines Pkw besteht prinzipiell aus zwei Teilen – der Innen- und der Außenreinigung. Letztere ist entscheidend dafür, wie lange das Auto gut aussieht und als gepflegt bezeichnet werden kann. Eine gründliche Reinigung von Unterboden und Felge sorgt zudem dafür, dass die Lebensdauer verlängert werden kann. Stellt sich die Frage, wie eine Außenreinigung abläuft und welche Hilfsmittel einzusetzen sind.

  • Die Felgen: Hier setzen sich im Regelfall sehr hartnäckige Verschmutzungen ab. Generell ist zu empfehlen, mit den Felgen für die Außenreinigung zu beginnen. Der Grund liegt in den Einwirkzeiten der verwendeten Reinigungsmittel. Benötigt werden für das Putzen der Felgen Bürste, Felgenreiniger und Wasser. Letzteres kommt entweder aus einem Eimer oder dem Hochdruckreiniger. Zu beachten ist, dass der Reiniger nicht zu aggressiv (greift das Rad an) oder zu mild (löst Schmutz nicht adäquat) ist.
  • Die Karosserie: Sind die Felgen gereinigt, kann zum Rest des Fahrzeugs übergegangen werden. Für die Karosserie-Wäsche kann entweder der Hochdruckreiniger oder eine Handwäsche in Frage kommen. Sobald mit dem Reinigungsgerät gearbeitet wird, zuerst Schmutzanhaftungen am Blech abspülen. Anschließend mit der Schaumbürste das Autoshampoo auftragen und zum Schluss das Ganze mit dem Hochdruckreiniger abspülen. Für die Handwäsche einfach mit einem Schwamm das Auto einschäumen und anschließend mit Wasser abspülen. Achtung: Sofern Lappen/Schwamm in den Schmutz fallen, unbedingt auswaschen. Kleine Verunreinigungen zerkratzen sonst den Lack.
  • Trocknen: Dieser Schritt ist nicht unbedingt notwendig. Sofern dennoch per Hand getrocknet wird, mit einem Rakel die Wasserreste entfernen und mit einem Tuch das Blech trocknen.
  • Polieren: Die Politur schützt den Lack und sorgt für einen noch gepflegteren Look. Verwendet werden eine passende Politur, ein Schwamm zum Auftragen und das Mikrofasertuch zum eigentlichen Polieren. Der Anteil an Schleifmittel ist auf den Lackzustand abzustimmen. Neuwertige Fahrzeuge benötigen in der Regel eine Politur mit nur wenig Schleifmittel.

Innenreinigung: Cockpit- und Textilpflege

Der Innenraum ist jener Bereich, in dem sich Autofahrer die meiste Zeit über aufhalten. Schmutz landet nicht nur im Fußraum. Autos, in denen kleiner Kinder mitfahren, werden erstaunlich dreckig – teils bis in Höhe der Fenster. Daher sollte eine intensive Reinigung des Innenraums regelmäßig stattfinden.

  • Innenraum vorbereiten: Im Auto landet vieles – angefangen von Müll über Kugelschreiber und CDs bis hin zu Schuhen o. Ä. Bevor mit der eigentlichen Reinigung begonnen wird, sollte daher alles aus dem Innenraum entfernt werden, was hier nicht hingehört. Gleichzeitig bietet sich jetzt die Gelegenheit, um groben Schmutz zu entfernen. Fußmatten werden aus dem Auto genommen und an einem Rost (sofern vorhanden) abgeklopft.
  • Aussaugen: In Schritt 2 wird der Innenraum ausgesaugt. Bevor die Bezüge der Sitze bearbeitet werden unbedingt prüfen, ob die Düse sauber ist. Zuerst werden alle gröberen Schmutzreste aufgesaugt, bevor die Düse gewechselt wird, um Ritzen zu reinigen. Den Abschluss bildet das Aussaugen des Kofferraums. Tipp: Bei dieser Gelegenheit einen Blick auf den Ablauf im Kofferraum werfen. Ist dieser verschmutzt, kann sich Kondenswasser bilden, was wiederum zu Rost führt.
  • Kunststoffteile: Für das Armaturenbrett wird ein feuchtes Mikrofasertuch verwendet. Damit sollten sich normale Verschmutzungen lösen lassen. Für hartnäckigen Schmutz kann auf spezielle Hilfsmittel zurückgegriffen werden. Vorsicht ist bei allen Schaltern geboten. Letztere sollten trocken abgewischt werden. Für die Lüftung eignet sich der Griff zu einem Pinsel.

Tipps für Autobesitzer

Die Reinigung eines Autos ist eigentlich unkompliziert. Trotzdem passieren immer wieder Fehler. Dazu gehört auch der Griff zu den falschen Hilfsmitteln. Generell sollte gerade im Außenbereich nur mit weichen Textilien – wie Schwämmen oder Mikrofasertüchern – gearbeitet werden. Alles, was Kratzer im Lack hinterlassen könnte, ist zu meiden. Daher sollte stark verschmutztes Waschwasser auch gewechselt werden.

Wichtig: Für jede Autowäsche gilt, dass mit Zusätzen sparsam umzugehen ist. Und jeder Halter muss sich im Klaren darüber sein, dass die Autowäsche auf dem heimischen Hof durchaus zum Streitpunkt werden kann. So weist zum Beispiel das Umweltbundesamt auf die Tatsache hin, dass es sich hierbei um eine Ordnungswidrigkeit handeln kann.

Die Verwendung der richtigen Reinigungsmittel und Lappen ist nicht unwichtig – so lassen sich Kratzer und weitere Verunreinigungen geschickt vermeiden.

Fazit: Mit einfachen Tipps das Auto waschen

Spätestens nach dem Winter ist es wieder an der Zeit, in der nächsten Waschstation vorbeizuschauen. Wer es sich einfach macht, lässt waschen. In Deutschland greifen aber nach wie vor viele Halter selbst zu Lappen, Bürste, Schwamm und Eimer. Die Autowäsche ist in einigen Haushalten sogar ein festes Ritual. Grundsätzlich einfach, können immer wieder Fehler passieren. Falsch eingesetzte Reinigungs- und Pflegemittel wirken dann kontraproduktiv. Und viele Autofahrer denken nicht daran, dass sie sich mit der Autowäsche zu Hause auf eine Gratwanderung begeben – im Sinne des Gewässerschutzes. Ist es vielleicht doch besser, auf Waschstationen auszuweichen?

Weiterführende Links:

https://www.umweltbundesamt.de/…

http://www.hawotex.de/

https://www.kba.de/DE/Statistik/…

Bildquellen:

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