Alkohol am Steuer – wo ist die Grenze?

Nach einem Bierchen fühlen sich die meisten Menschen noch fit zum Fahren, oder nach einem Gläschen Wein, oder Zwei – aber sind sie es auch?
2016 wurden bundesweit über 450.000 Fahrverbote ausgesprochen, in fast 95.000 Fällen wurde der Führerschein entzogen. Fast 90 % dieser Sanktionen hingen mit Alkohol oder anderen Drogen am Steuer zusammen.

Promillegrenzen wirken sich bei jedem anders aus

Das Gesetz ist bei Alkohol am Steuer eindeutig, allerdings rechnet der Gesetzgeber nicht in Gläsern, sondern in Blutalkoholwerten in Promille. Das bedeutet: das eine Bier, das bei einem wohlgenährten Menschen mit 0,3 ‰ zu Buche schlägt, kann bei einem schmächtigen Menschen mit 0,55 ‰ bereits zu viel sein. Es gibt also keine verlässlichen Zahlen, wie viele Gläser oder Schnäpse im rechtlich zulässigen Rahmen liegen, denn die Wirkungsweise von Alkohol variiert individuell. Auch subjektive Einschätzungen ‚trainierter Gewohnheitstrinker‘ („nach drei Gläsern merk‘ ich noch nix“) täuschen über den Blutalkoholwert hinweg.

0,0 ‰ für Fahranfänger und unter 21-Jährige

Rechtlich gilt in Deutschland im Straßenverkehr bis zum 21. Lebensjahr und in der zweijährigen Probezeit nach Erwerb des Führerscheins ein absolutes Alkoholverbot von 0,0 ‰. Wer dennoch alkoholisiert im Straßenverkehr erwischt wird, riskiert bereits ohne Anzeichen von Fahrunsicherheit eine Geldbuße von 250 € und einen Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg. Ab 0,5 ‰ werden Fahranfänger auch ohne Fahrunsicherheit mit 500 – 1.500 €, zwei Punkten in Flensburg und 1 – 3 Monaten Fahrverbot bestraft, je nachdem, ob es sich um einen Erstverstoß oder eine Wiederholungstat handelt. Bei erkennbaren Fahrunsicherheiten oder einem Verkehrsunfall werden Fahranfänger ab 0,5 ‰ wie erfahrene Führerscheinbesitzer bestraft.

0,5 ‰ für erfahrene Fahrer, solange nichts passiert

Jenseits von Probezeit und dem 21. Lebensjahr gilt hierzulande eine Alkoholgrenze von 0,5 ‰. Doch bereits ab 0,3 ‰ kann es zu Strafen kommen, wenn Anzeichen von Fahrunsicherheit vorliegen. Wer also mit 0,3 ‰ Blutalkoholwert Schlangenlinien fährt, kann mit drei Punkten in Flensburg, einer Geld- oder sogar einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren rechnen. Kommt es alkoholisiert zu einem Verkehrsunfall, kommt zudem noch ein Führerscheinentzug hinzu. Ob die Fahrlizenz nach 6 Monaten Sperrfrist wieder erteilt, auf bis zu fünf Jahre oder gar vollständig entzogen wird, hängt von der Schwere des Verkehrsverstoßes ab. Oft wird für die Wiedererlangung der Fahrberechtigung eine erfolgreiche Medizinisch Psychologische Untersuchung/MPU verlangt.

Ab 1,1 ‰ ist Alkohol im Straßenverkehr in jedem Falle eine Straftat

Ab einem Blutalkoholwert von 1,1 ‰ liegt bereits eine Straftat vor, auch wenn keine Anzeichen von Fahrunsicherheit festgestellt werden können. Drei Punkte in Flensburg, eine Geld- und eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren sowie ein Führerscheinentzug sind die Folge. Kommt es zudem zu einem Unfall, fallen Geld- und Freiheitsstrafe sowie der Führerscheineinzug entsprechend schärfer aus. Ab 1,6 ‰ ist für Ersttäter eine MPU zur Wiedererlangung des Führerscheins vorgeschrieben, doch sie kann auch schon bei geringeren Blutalkoholwerten gefordert werden.

Weitreichende Konsequenzen in Verkehrsrecht, Strafrecht und Zivilrecht

Zu den verkehrsrechtlichen Konsequenzen eines Unfalls unter Alkoholeinfluss kommen häufig auch noch straf- und zivilrechtliche Prozesse: Körperverletzung, Personen- und Sachschäden, Schmerzensgeld, Arbeitsausfälle, Invalidenrenten, Gutachter und Prozesskosten können ein Gläschen zu viel richtig teuer werden lassen.

Kompetenter Rat von erfahrenem Verkehrsrechtler ist hilfreich

Das Strafmaß als solches ist bei Alkohol am Steuer nicht verhandelbar, im Einzelfall hängt die Höhe des Strafmaßes aber von verschiedenen Umständen ab. Deshalb ist die Beratung und Vertretung durch einen Fachanwalt bei einem Alkoholdelikt unbedingt zu empfehlen. Erfahrene Verkehrsanwälte wie der Berliner Jurist Achim H. Feiertag kennen vergleichbare Verfahren und wissen, an welchen Stellen Richter Spielräume nutzen können. Sie erklären Ihren Mandanten auch, durch welche Maßnahmen sie Einsicht und Besserung zeigen können, was ein Urteil beeinflussen kann.

0 ‰ in der Öffentlichkeit ist für alle am besten

Wer sich all diesen Ärger von vorn herein sparen möchte, verzichtet ganz auf Alkohol, bevor er sich in den Straßenverkehr begibt. Das gilt übrigens auch für Radfahrer und Fußgänger, die alkoholisiert im Straßenverkehr ebenso Strafen riskieren. Ohne Alkohol in der Öffentlichkeit schützen Sie sich und andere. Wenn Sie allerdings doch ein Glas oder zwei ohne Reue genießen möchten, tun Sie es dort, wo Sie niemanden dadurch gefährden können.

Weiterführende Links:

https://www.adac.de/der-adac/rechtsberatung/bussgeld-punkte/verfahren/

https://www.bussgeldkatalog.de/alkohol/

https://ra-feiertag.de/rechtsgebiete/…

Bild: Alkoholkontrolle, Fotolia ©benjaminnolte

Was muss bei einem Kfz-Versicherungswechsel beachtet werden?


Die Autoversicherung setzt sich aus verschiedenen Versicherungen zusammen. Pflicht für jedes Kraftfahrzeug ist die Haftpflichtversicherung. Als freiwillig gelten Kaskoschutz, darunter die Vollkasko und die Teilkasko sowie der Unfallmeldedienst, der Fahrerschutz und der Auslandsschutzbrief.

  • Vollkasko: Es sind alle Schäden versichert, sogar selbstverschuldete und mutwillige Beschädigung durch Fremde. Außerdem alle Schäden, die auch durch die Teilkasko abgedeckt sind
  • Teilkasko: Sie ersetzt Diebstahl, Schäden durch Naturgewalten, Brand, Explosion und nach dem Zusammenstoß mit Wild (wobei hier die Definition Wild beziehungsweise Tier je nach Gesellschaft variiert), Glasbruch sowie Schäden durch Marderbisse
  • Unfallmeldedienst: Dabei handelt es sich um eine Box für das Auto, die sich automatisch nach einem Unfall bei der Versicherung meldet und bei ausbleibender Antwort Rettung alarmiert
  • Fahrerschutz: Dies ist eine Unfallversicherung, welche für Schäden am Fahrer aufkommt, wenn für diesen kein Dritter verantwortlich ist.
  • Auslandsschadenschutzbrief: Wer im Ausland unterwegs ist und dort einen Unfall mit einem dortigen Staatsbürger hat, profitiert bei der Schadensabwicklung nach deutschem Recht davon

Wie funktioniert eine KFZ Versicherung?

Grundsätzlich gestalten sich die Tarife in ihren Attributen und Prämien gesellschaftsspezifisch. Einige Fakten gelten aber für alle Anbieter:

  • Je mehr Kilometer gefahren werden, desto höher die Prämie
  • Das Alter der Fahrer; unter 25 Jahren und über 70 Lebensjahren wird die Versicherung teurer
  • Wohnungseigentum: Eigentümer können ihr Auto anders abstellen, sie gehen mutmaßlich ordentlicher mit dem Wagen um. Die Prämie kann dadurch günstiger werden
  • Abstellplatz: Je sicherer das Auto abgestellt wird, desto günstiger die Rechnung
  • Fahrzeugtyp und Hersteller: Sie machen einen entscheidenden Preisunterschied aus. Versicherungen setzen dabei immer auf Risikokalkulation, mit welcher sie bestimmen, wie oft es geklaut wird und wie hoch die Reparaturkosten liegen
  • Typklassen: Von ihnen gibt es 30. Je höher die Typklasse, desto höher auch die Prämie
  • Beruf: Auch dieser kann entscheidend sein; vor allem aber die Frage nach öffentlichem oder nicht-öffentlichem Dienst
  • Folgende Tarifmerkmale variieren innerhalb der Anbieter für KFZ-Versicherungen:
    Etwas irreführend sind die Schadensfreiheitsklassen. Es gibt keine Norm, die vorschreibt, wie viel Prozent einer Klasse entsprechen

Einen Rabattschutz bietet fast jede Versicherung an. Aber nicht immer ist er kostenfrei. Dabei ist ein Schaden im Jahr frei, ohne dass man in der Schadensfreiheitsklasse hochgestuft wird.
Außerdem gibt es bei nahezu allen Gesellschaften die Option, zusätzlich zur KFZ-Haftpflicht einen Schutzbrief abzuschließen. Hier unterscheiden sich die Leistungen teilweise gravierend. Ein genauer Blick lohnt sich.

Was muss beim Wechsel beachtet werden?

Verbraucherschützer werben jedes Jahr wieder im Herbst damit, die KFZ Versicherung zu wechseln und damit Geld zu sparen. Der Hintergrund ist, dass die Kündigung zum 30. November jeden Jahres ausgesprochen werden muss, um die Kündigungsfrist zum 01. Januar eines jeden Kalenderjahres zu wahren.
Trotzdem ist nicht immer die günstigste Versicherung auch die beste.

Worauf ist zu achten?

Beim Wechsel müssen die tariflichen Merkmale der einzelnen Gesellschaften geprüft werden und zwar im Hinblick auf die individuelle Ausgangssituation. Hierbei lohnt es sich besonders online, über Webseiten wie Toptarif, die einzelnen Anbieter mal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Wer zum Beispiel einen nautischen Beruf ausübt, kann bei einigen Versicherungen deswegen mit diversen Preisreduzierungen rechnen.

Bevor es um die Kündigungsmodalitäten geht:
Es gilt sicherzustellen, dass die Versicherungsscheinnummer der alten Versicherung vorliegt, damit sich die neue Versicherung nach den Prozenten erkundigen kann.

Generelle Kündigungsfristen:

  • Kündigung zum Ablauf – zum 01. Januar, Kündigung einen Monat vorher
  • Kündigung bei neuem Fahrzeug, mit sofortiger Wirkung
  • Sonderkündigungsrecht (4 Wochen), wenn die Prämie sich erhöht hat
  • Kündigung §§38, 39 Versicherungsvertragsgesetz (Mahnverfahren)
  • Kündigungsrecht aufgrund von Schaden

Wenn der Vertrag gekündigt ist, muss sich der Halter um einen neuen Versicherungsschutz kümmern. Beim Straßenverkehrsamt muss dann eine neue EVB- Nummer hinterlegt werden.
Kündigungsmodalitäten: Per Fax, E-Mail, eingeschriebener Brief. Bei Fax und E-Mail müssen Name und Nummer des Versicherungsnehmers erkennbar sein. Eine Unterschrift ist nicht zwingend notwendig.

Thema Direktversicherungen: Viele überlegen sich, zu einem reinen Online-Anbieter zu wechseln, um Geld zu sparen. Dabei ist vorher unbedingt zu bedenken, dass im Schadensfall die Kommunikation schwer sein kann und ohne Ansprechpartner auch keine aufkommenden Fragen problemlos beantwortet werden können.

Fazit:
Beim Wechsel sollten lockende Angebote die Entscheidung nicht beeinflussen, sondern der Blick ins umgangssprachliche Kleingedruckte. Versicherungen sollten stets optimal die Bedürfnisse des Kunden absichern und das gilt auch für die KFZ-Versicherung.

Weiterführende Links

https://www.adac.de/produkte/…

https://www.focus.de/finanzen/…

https://www.cecu.de/lexikon/kfz/2613-schutzbrief.htm

https://www.toptarif.de/kfz-versicherung/

https://pixabay.com/de/…

Wie viel Technik steckt wirklich in unseren Autos?

Tagtäglich verbringen viele Menschen sehr viel Zeit in ihren Autos. Der fahrbare Untersatz ist hilfreich, wenn man schnell und unkompliziert von A nach B kommen möchte. Umso ärgerlicher, wenn das Auto mal nicht funktioniert. Normalerweise führt der Weg dann zur nächsten Autowerkstatt. Doch das muss nicht sein. Es gibt heutzutage Mittel und Wege, selbst eine Fehlerdiagnose durchzuführen. Mit Hilfe einer KFZ Diagnose lässt sich schnell herausfinden, wo der Fehler steckt. Viele kleinere Fehler können nämlich ganz leicht selbst behoben werden.

Dies zeigt, wie komplex das Innenleben eines Autos ist. Höchste Zeit, einmal zu fragen, wie viel Technik eigentlich in unseren Autos steckt und wie sicher diese überhaupt ist.

Sicherheitslücken durch moderne Kfz-Technik

Dank dem technischen Fortschritt kann die verschiedenste Technik in Fahrzeuge eingebaut werden. Autos können ganz nach den Wünschen ihres zukünftigen Besitzers mit allerlei technischem Schnickschnack versehen werden. Während es früher kaum denkbar war, mit Hilfe eines Navigationsgeräts unbekannte Städte zu erkunden, ist diese technische Errungenschaft längst zum Standard geworden. Doch es gibt auch Techniken, die es noch nicht in die Standardausstattung geschafft haben, für viele aber ein Zugewinn beim Fahren bedeuten. Die Rede ist von Fahrassistenzsystemen, Start-Stopp-Systemen und einer intelligenten Vernetzung von Fahrzeug, Fahrer und Außenwelt. So bietet der Konzern BMW mit ConnectedDrive die Möglichkeit, über digitale Services, smarte Apps und Assistenzsysteme beim Fahren mehr Komfort, Entertainment und Sicherheit zu genießen. Dass die moderne Technik auch Gefahren mit sich bringt, ahnen die wenigsten. Dabei deckte der ADAC erst kürzlich auf, dass es Sicherheitslücken bei BMW ConnectedDrive gibt.

Ebenso fatal kann die Nutzung eines Komfortschlüssels sein: Durch das Komfort-Schließsystem „Keyless“ können Autos und Motorräder leichter gestohlen werden. Im Gegensatz zu einem normalen Funktionsschlüssel brauchen Diebe nur eine Funk-Verlängerung bauen und können die jeweiligen Autos in wenigen Sekunden öffnen um mit diesen wegzufahren. Auch bei Motorrädern mahnt der ADAC zur Vorsicht. Wer denkt, dabei handle es sich nur um eine These des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs, irrt. Um die Sicherheitslücken offen zu legen, wurden über 100 mit Keyless ausgestatteter Autos getestet – das Ergebnis ist erschreckend. Um nicht Gefahr zu laufen, Opfer eines Diebstahls zu werden, ist es besser, auf herkömmliche Schließsysteme zurückzugreifen.

Natürlich gibt es auch viele erfolgversprechende Ausstattungselemente. Trotzdem sollte der Sicherheitsaspekt nicht vernachlässigt werden.

Kfz-Diagnose heutzutage unabdingbar

Besonders Fahranfänger in der Probezeit wissen kleine technische Helfer zu schätzen. So kann es etwa hilfreich sein, wenn sich im Kfz ein Lichtsensor befindet. Dieser schaltet automatisch das Licht ein, was dem Fahrer die Möglichkeit gibt, sich besser auf den Verkehr zu konzentrieren. Ebenso sinnvoll kann ein Tempomat sein, der darauf achtet, dass die eingestellte Geschwindigkeit eingehalten wird.  So schön sie auch ist, die moderne Technik, sie macht uns das Leben manchmal auch schwerer. Sobald eine Kontrollleuchte aufblinkt, beginnt man sich zu fragen, welcher Fehler vorliegt. In einigen Fällen führt dies dazu, dass man während des Fahrens unaufmerksam wird und Verkehrsschilder nicht mehr wahrnimmt. Ein weiteres Problem: Den Fehlerspeicher in der Kfz-Werkstatt auslesen zu lassen, ist häufig mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden. Je mehr Technik ein Auto besitzt, umso wichtiger ist es, Mittel und Wege zu kennen, diese zu verstehen. Hierbei können Kfz-Diagnosegeräte helfen.

Diagnosegeräte und entsprechende Software helfen dabei, den Fehlerspeicher selbst auszulesen. Die Auswahl in diesem Bereich ist groß: Diagnosemodule, die an den Computer angeschlossen werden, integrierte Touchscreen- und Handheld-Geräte ­– alles ist möglich. Das spart Zeit und Geld, kann der Gang zur Werkstatt doch meistens ausgelassen und der Fehler selbst behoben werden.

Weiterführende Links

https://www.adac.de/infotestrat/technik-und-zubehoer/fahrerassistenzsysteme/…

https://www.adac.de/infotestrat/technik-und-zubehoer/fahrerassistenzsysteme/…

https://shop.autoaid.de

http://www.autobild.de/artikel/ratgeber-autoelektronik-425055.html

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