Der EU-Führerschein

Seit dem 19. Januar 2013 gelten in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union neue Regelungen für den Führerschein. Mit der 3. Führerscheinrichtlinie des Europäischen Parlamentes sollen die unterschiedlichen nationalen Regelungen in Europa vereinheitlicht werden, um in der EU eine höhere Verkehrssicherheit zu gewährleisten und zudem Fälschungen von Führerscheinen zu verhindern.

Die Sicherheitsmerkmale des EU-Führerscheins sind europaweit angepasst, wodurch Probleme bei Polizeikontrollen im Ausland wegen z.B. veralteter Fotos oder nur noch schwer lesbarer Angaben vermieden werden sollen. Der EU-Führerschein wird im Scheckkarten-Format ausgestellt und enthält einheitlich folgende Informationen:

Vorderseite:

  • Name, Vorname sowie Geburtstag und -ort des Führerscheininhabers
  • Ausstelldatum, Ablaufdatum der Gültigkeit, Name der ausstellenden Behörde
  • Nummer des Führerscheins
  • Lichtbild und Unterschrift des Inhabers
  • Wohnort
  • Klassen, für die die Fahrerlaubnis besteht

Rückseite:

  • Übersicht aller Fahrerlaubnisklassen
  • Datum der Erteilung der Fahrerlaubnis für die jeweilige Klasse (nicht erteilte Klassen werden mit einem Strich markiert)
  • Gültigkeitsdatum der jeweiligen Fahrerlaubnisklasse
  • Beschränkungen und Zusatzangaben
  • Feld für Eintragung anderer EU-Mitgliedstaaten nach einem Wohnsitzwechsel

Junger Mann sitzt im Auto und zeigt seinen Fhrerschein

EU-Führerschein: Gültigkeit und Anerkennung

Für die Anerkennung eines ausländischen EU-Führerscheins durch deutsche Behörden müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Der Führerscheininhaber muss für mindestens 185 Tage im Jahr einen Wohnsitz im ausstellenden EU-Land haben.
  • Das Mindestalter für den Erwerb eines Führerscheins muss erreicht sein.
  • In Deutschland muss die Sperrfrist nach dem Führerscheinentzug abgelaufen sein.
  • Die nationalen Regelungen des ausstellenden Landes müssen erfüllt sein.

Alle Führerscheine, die in Deutschland seit 2013 ausgestellt wurden, entsprechen den EU-Richtlinien. Bis 2023 müssen alle alten Führerscheine umgeschrieben werden. Der EU-Führerschein ist 15 Jahre lang gültig und muss dann erneuert werden. Diese erneute Ausstellung dient vor allem der Aktualisierung der Angaben und des Lichtbildes. Erneute Prüfungen oder ärztliche Untersuchungen sind dafür nicht notwendig.

Erwerb des EU-Führerscheins nach einem Führerscheinentzug

Im Gegensatz zu einem Fahrverbot, das zeitlich auf einen bis maximal drei Monate begrenzt ist, stellt ein Führerscheinentzug den generellen Verlust der Fahrerlaubnis dar. Der Führerschein wird für ungültig erklärt und muss nach Ablauf einer Sperrfrist von mindestens sechs Monaten komplett neu beantragt werden.

Hinzu kommen verschiedene Bußgelder und Punkte, die sich nach der Art der Verkehrswidrigkeit richten. Wenn die Fahrerlaubnisbehörde darüber hinaus Zweifel an der Fahrtüchtigkeit des Führerscheininhabers hat, kann sie eine MPU anordnen. Ein erfolgreicher Abschluss der MPU ist Bedingung dafür, wieder einen Führerschein zu erhalten. Laut Verkehrsbehörde bestehen zwar 62 % der geladenen Kandidaten die MPU, dennoch ist dies nicht nur ein zeitlicher sondern auch ein finanzieller Aufwand. Viele Kraftfahrer, denen eine MPU angeordnet wurde, suchen daher nach einer Möglichkeit, diese zu umgehen. Eine Option ist es, einen EU-Führerschein im Ausland zu erwerben.

Mit einem EU-Führerschein ist es möglich, auch ohne eine erfolgreich abgeschlossene MPU eine in Deutschland zulässige Fahrerlaubnis zu erwerben. Die klar regulierten Anforderungen, wie etwa das Wohnsitzprinzip, der zuständigen Behörden haben seit 2015 dafür gesorgt, dass in Tschechien, Ungarn und anderen EU-Staaten ausgestellte EU-Führerscheine eine größere Rechtssicherheit haben.

Führerschein im Ausland erwerben

Gemäß der dritten Führerschein-Richtlinie der Europäischen Union müssen deutsche Behörden in Tschechien, Ungarn und anderen EU-Mitgliedstaaten erworbene Führerscheine uneingeschränkt anerkennen, sofern diese unter Einhaltung des Wohnsitzprinzips erworben wurden. Dabei ist es wichtig, dass kein Verstoß gegen dieses Prinzip nachgewiesen werden kann. Vermittler für EU Führerscheine, wie z.B. www.nie-wieder-mpu.de, bieten dazu umfassende Informationen an und helfen bei der Organisation und Abstimmung aller Maßnahmen, sodass ein EU-Führerschein problemlos ausgestellt werden kann.

Da es sich bei der MPU lediglich um eine Auflage deutscher Behörden handelt, entfällt diese, wenn der Führerschein im EU-Ausland abgelegt wird. Wenn die gemeinschaftsrechtlichen Regelungen der EU und der deutschen Gerichtsbarkeit eingehalten wurden, müssen EU-Führerscheine in Deutschland anerkannt werden. Dabei spielt die Vorgeschichte des Fahrers und eine Wohnsitzverlagerung ausschließlich zum Erwerb der Fahrerlaubnis keine Rolle.

Zusätzliche Informationen

http://www.nie-wieder-mpu.de

http://www.focus.de/auto/ratgeber/…

https://www.adac.de/infotestrat/…

http://www.eu-fuehrerschein.ws

Bildnachweis: fotolia #98992575 | Urheber: DDRockstar

Das Auto verpfänden: Eine Alternative zum Kleinkredit?

Wer kennt die Situation nicht? Eine größere Anschaffung oder eine notwendige Reparatur steht an, das notwendige Kapital steht aber gerade nicht zur Verfügung. Finanzielle Engpässe sind keine Seltenheit. Wenn keine privaten Mittel aufzutreiben sind, ist ein Kredit meist die einzige Lösung. Immer häufiger finden Kapitalsuchende aber ihren Weg ins KFZ-Pfandleihhaus. Dort kann das eigene Fahrzeug für einen kurzfristigen Kredit als Pfand hinterlegt werden. Wie funktioniert die Sache mit dem Autopfand und ist es tatsächlich eine sinnvolle Alternative zum klassischen Kleinkredit?

Auto - Kosten
Das eigene Auto beleihen: Im KFZ-Pfandleihhaus kann sofort Bargeld in Anspruch genommen werden.

KFZ-Pfandleihhäuser sind längst kein seltener Anblick mehr. In fast jeder Stadt gibt es Anbieter, bei denen Autobesitzer ihr Fahrzeug beleihen können. Das Prinzip ist nicht unbekannt. Pfandleihhäuser, in denen Wertgegenstände wie Elektroartikel oder hochwertige Schmuckstücke beliehen werden können, sind seit Jahrhunderten im Geschäft. Beim eigenen Auto ist die Hemmschwelle allerdings häufig etwas höher. Niemand möchte auf den Luxus der Mobilität verzichten müssen. Bei einem Vertrag mit dem KFZ-Pfandleihhaus müssen Autobesitzer aber meist in den sauren Apfel beißen. Das Bargeld gibt es in der Regel kurzfristig, der fahrbare Untersatz bleibt allerdings im Gegenzug zurück und der Besitzer macht sich zu Fuß auf den Heimweg.

Wer im Alltag nicht auf sein Auto verzichten kann, hat oftmals die Möglichkeit, eine so genannte Weiterfahroption zu vereinbaren. Das bedeutet, dass das Fahrzeug an den Pfandleiher veräußert wird und trotzdem weiter genutzt werden darf.

Derart flexible Modelle und die meist sehr unkomplizierte und schnelle Abwicklung machen das Verpfänden des eigenen Fahrzeugs zu einer echten Alternative zum klassischen Kleinkredit.

Wie funktioniert das Geschäft mit dem KFZ-Pfandleihhaus?

Wer kurzfristig Bargeld benötigt und keinen Kredit bei einer Bank in Anspruch nehmen möchte, ist unter Umständen mit einen KFZ-Pfandleihhaus gut beraten. Viele Anbieter sind mit einer eigenen Homepage im Internet vertreten. Für den Kunden wird es dadurch sehr unkompliziert, einen ersten Kontakt herzustellen. Oft ist es auch möglich, über das Internet bei einem KFZ-Pfandleihhaus eine unverbindliche Schnellanfrage zu starten und damit zu ermitteln, ob und in welcher Höhe das eigene Fahrzeug beliehen werden kann.

Der Weg zum Autopfand verläuft in der Regel in drei einfachen Schritten:

1. Der Kunde nimmt Kontakt zum KFZ-Pfandleihhaus auf. Dies kann häufig online oder telefonisch geschehen. Bei dieser ersten Kontaktaufnahme können grundsätzliche Fragen geklärt werden. Seriöse Anbieter beraten potentielle Kunden bereits vor einem konkreten Vertragsabschluss ausführlich zum Thema Autopfand.

Wer zum ersten Mal mit einem KFZ-Pfandleihhaus in Kontakt tritt, sollte sich im Vorfeld bereits alle offenen Fragen notieren und eine umfassende Beratung in Anspruch nehmen.

2. Erst im zweiten Schritt kommt es zur tatsächlichen Bewertung des Fahrzeugs. KFZ-Pfandleihhäuser haben meist eigene Niederlassungen in verschiedenen Regionen oder arbeiten mit ortsansässigen Kfz-Werkstätten zusammen. Dort wird das Fahrzeug von einem Sachverständigen begutachtet und bewertet.

Wichtig: Zum Termin im KFZ-Pfandleihhaus sollte der Kunde neben dem Fahrzeug auch die Fahrzeugpapiere und den Schlüssel mitführen. Die Fahrzeugpapiere dienen als Besitznachweis und verifizieren, dass der Kunde auch tatsächlich der Eigentümer des Fahrzeugs und damit berechtigt ist, es zu beleihen oder zu veräußern.

Nach der Prüfung kann der Pfandleiher mit dem Kunden die konkrete Summe vereinbaren, die im Rahmen des Vertrages ausbezahlt wird. Grundlage hierfür sind immer der allgemeine Zustand und der aktuelle Wert des zu beleihenden Fahrzeugs.

3. In vielen Fällen kann in einem dritten Schritt der Vertrag gleich vor Ort geschlossen werden. Die meisten KFZ-Pfandleihhäuser bieten einen entsprechenden Vertrag auch ohne vorherige Schufa-Abfrage an. Auf Wunsch erhält der Kunde die vereinbarte Auszahlungssumme sofort und überlässt das Fahrzeug inklusive Papieren und Schlüssel dafür dem Vertragspartner im Pfandleihhaus.

Fahrzeugbrief, Geld und Zündschlüssel
Neben dem Fahrzeug und dem Schlüssel verbleibt auch der der Fahrzeugbrief beim Pfandleihhaus.

Nach Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit kann der Kunde sein Fahrzeug durch Erstattung der Auszahlungssumme wieder auslösen, der Vertrag gilt damit beidseitig als erfüllt und das Fahrzeug geht in die Hände seines Eigentümers zurück. In vielen KFZ-Pfandleihhäusern ist es auch möglich, den Kredit frühzeitig zurückzuzahlen. Die Bedingungen hierfür sind im jeweiligen Vertrag festgelegt und sollten unbedingt vor Abschluss des Vertrages gründlich geprüft werden.

Die rechtlichen Hintergründe des Autopfands

Wer sein Fahrzeug gegen Bargeld verpfändet, möchte sich natürlich rechtlich vollständig absichern. Dem Geschäft mit dem KFZ-Pfandleihhaus liegt rechtlich die Verordnung über den Geschäftsbetrieb der gewerblichen Pfandleiher (Pfandleiherverordnung – PfandlV) zugrunde. Darin sind alle vertraglichen Bestandteile hinterlegt, auf die es bei einem Verpfändungsvertrag ankommt.

Juristisch gilt für das Pfandrecht die folgende Definition:

Dingliches Recht an einem fremden Gegenstand, besonders einer Sache, zwecks dinglicher Sicherung einer Geldforderung oder einer anderen Forderung, die in eine Geldforderung übergehen kann. Das BGB (§§ 1204 ff.) kennt neben dem Pfandrecht an Rechten nur ein Pfandrecht an beweglichen Sachen.

(Quelle: Wirtschaftslexikon Gabler

Genau betrachtet handelt es sich beim Autopfand also um ein Pfandgeschäft in Kombination mit einem Darlehensgeschäft. Das verpfändete Fahrzeug dient dem Betreiber des KFZ-Pfandleihhauses als Absicherung seiner Forderung. Kommt der Kunde dieser nach Ablauf der vereinbarten Frist nicht nach, ist der Pfandleiher berechtigt, das hinterlegte Fahrzeug zur Deckung der Schuldsumme zu veräußern. Erzielt er beim Verkauf allerdings einen höheren Betrag als dies zur Ablösung der Schuldsumme erforderlich ist, muss der Mehrerlös vollständig an den Kunden ausbezahlt werden.

Bevor der Pfandleiher seinem Recht auf Veräußerung des verpfändeten Fahrzeuges aber tatsächlich nachkommen darf, muss er den Schuldner ausdrücklich über das Verstreichen der Frist informiert und die ausstehende Zahlung angemahnt haben. Darüber hinaus ist der Schuldner darüber in Kenntnis zu setzen, dass sein Versäumnis die Veräußerung des Fahrzeugs zur Folge haben wird. Üblich ist für die Mahnung eine zusätzliche Frist von einem Monat nach Ablauf des im Vertrag vereinbarten Rückzahlungszeitpunktes.

Wichtiger rechtlicher Hinweis zu den Eigentumsverhältnissen:

Auch mit der Verpfändung eines Fahrzeugs bleibt der Schuldner der vollumfängliche Eigentümer. Durch die Verpfändung sind seine Besitzrechte allerdings für die Dauer der Vertragslaufzeit eingeschränkt. Er darf erst dann wieder in gewohntem Umfang über sein Fahrzeug verfügen, wenn er die Auszahlungssumme inklusive Zinsen und Gebühren vollständig zurückerstattet hat. Die Einschränkung der Besitzrechte bezieht sich vor allen auf den Standort und die Veräußerung des Fahrzeugs. Solange es per Verpfändung an das KFZ-Pfandleihhaus übergeben wurde, darf der Eigentümer seinen Standort nicht eigenmächtig verändern oder das Fahrzeug an Dritte veräußern. Um die Einschränkung der Besitzrechte zu gewährleisten, wird mit dem Abschluss des Pfandvertrages der Fahrzeugbrief an das KFZ-Pfandleihhaus übergeben.

Quellen und weiterführende Links:

http://wirtschaftslexikon.gabler.de/…

http://www.helpster.de/im-pfandleihhaus-das-auto-verpfaenden-so-kann-es-gelingen_161769

https://www.autopfand-profi.de/kfz-pfandleihhaus.html

Bildquelle:

Abbildung 1: fotolia.com © SZ-Designs

Abbildung 2: fotolia.com © fovito

Fahrzeugbrief, Geld und Zündschlüssel