Kfz-Nebenkosten – so lässt sich Geld sparen

Es ist, wie bei vielen anderen Anschaffungen auch. Der Kauf eines Autos reißt erst mal ein Loch in die Kasse. Zwar lässt sich mit einem geschickten Vorgehen durchaus ein guter Teil des Kaufpreises sparen, Geld muss dennoch ausgegeben und neu angespart werden. Vielfach wird beim Autokauf jedoch nur auf Rabatte geachtet, nicht aber darauf, was sonst an Ausgaben anfallen. Denn die laufenden Kosten für ein Fahrzeug sind dauerhafte Rechnungsposten, die sich aufs Jahr gerechnet bemerkbar machen. Doch wer bereits bei der Wahl des Fahrzeugs einige Punkte beachtet und sich zukünftig daran hält, kann die Nebenkosten schon vor der Unterschrift auf dem Kaufvertrag reduzieren.

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Abbildung 1: Wer ein Auto anschafft, sollte nicht nur in Bezug auf den Kaufpreis richtig kalkulieren. Auch die laufenden Kosten müssen zu stemmen sein.

Den Spritverbrauch senken und bares Geld sparen

Der neue Wagen sollte natürlich einen möglichst geringen Spritverbrauch haben. Wer das Fahrzeug überwiegend in der Innenstadt nutzt, braucht keine hohe PS-Zahl, da sie eh kaum zum Tragen kommt. Ein Fahrzeug mit hoher Leistung kommt im ständigen Stau der Innenstadt auch nicht schneller voran als ein Auto mit geringerem Hubraum. Wird das Kfz regelmäßig auf der Autobahn gefahren, dürfen natürlich mehr PS unter der Haube stecken.

Viel wichtiger als die Leistung des Fahrzeugs ist aber das Fahrverhalten. Das Gaspedal an jeder Ampel durchzudrücken und für knappe zwanzig Meter Gas zu geben, verbraucht nur unnötig Benzin. Ständig auf Hochtouren zu fahren und jede noch so kleine Lücke in der Innenstadt zum Überholen zu nutzen, ist ebenso unsinnig und teuer. Vorausschauendes Fahren ist der Schlüssel zum Erfolg. Wer gezielt so fährt, dass das Stop and Go in Städten nicht zum Problem wird und Ampelphasen geschickt ausnutzt, wird den Erfolg rasch an der Tanknadel sehen. Wer zudem schnell hochschaltet und niedertourig fährt, kann den eigenen Benzinverbrauch deutlich absenken.

Zusätzlich ist es wichtig, ein möglichst geringes Fahrzeuggewicht zu erreichen. Sicherlich ist es praktisch, Utensilien nicht ständig in das Auto und wieder herauszutragen, doch kostet jedes weitere Kilogramm Kraftstoff. Und nicht nur das: Auch die Reifen nutzen sich schneller ab, wenn das Fahrzeug schwer beladen ist. Zusammengefasst kann Benzin gespart werden, wenn

  • Keine unnötige Last transportiert wird
  • vorausschauend gefahren wird
  • schnell hochgeschaltet wird
  • ruhig gefahren wird

Kfz-Versicherungstarif optimieren

Diese Sparmaßnahme kann tatsächlich schon vor dem Kauf eines Wagens in Angriff genommen werden. Jedes Auto wird vom GDV (Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft) in Typenklassen eingeteilt. Diese Klassen orientieren sich danach, wie häufig das jeweilige Fabrikat im Vorjahr in einen Unfall verwickelt war. Insbesondere bei jungen Menschen beliebte Fahrzeuge werden aufgrund der Unfallhäufigkeit in eine schlechte Klasse eingeteilt. Natürlich sollten sich Fahrzeugkäufer nicht ausschließlich nach den Typklassen richten, wenn ein Kauf ansteht. Aber die Klasse sollte berücksichtigt werden, wenn die Entscheidung zwischen zwei Fahrzeugen schwankt. Ein Versicherungsvergleich mit den beiden infrage kommenden Fahrzeugen gibt nun Aufschluss darüber, welcher Wagen vermutlich geringere Nebenkosten verursacht.

Ist der Wagen schon vorhanden, kann dennoch an der Kfz-Versicherung gespart werden. Die Versicherungsverträge laufen grundsätzlich über ein Jahr und können mit einer Frist von einem Monat vor Vertragsauslauf gekündigt werden. Hier gilt es, den eigenen Vertrag im Auge zu behalten und zu prüfen, wann der Vertrag ausläuft. Denn es ist längst nicht mehr so, dass Kfz-Versicherungsverträge grundsätzlich von Anfang Januar bis Ende Dezember laufen (Kündigung bis zum 30. November). Viele Versicherer berechnen das Versicherungsjahr heute vom Eintrittsdatum ein Jahr weiter. Hierdurch verändert sich natürlich der Zeitpunkt für die Kündigung. Neben dem jährlichen Kündigungsrecht können Fahrzeughalter in den folgenden Fällen außerordentlich kündigen:

  • Versicherung erhöht die Beiträge (nur möglich, wenn der Fahrzeughalter keinen Anteil an der Erhöhung hat)
  • Versicherung gleicht einen Schaden aus (nach Unfall kann der Vertrag beidseitig gekündigt werden)

Vor dem Wechsel der Versicherung ist ein Vergleich unbedingt zu empfehlen. Zwischen den einzelnen Versicherern herrscht ein hoher Konkurrenzkampf, sodass es immer wieder besonders günstige Tarife gibt. Auch hilft die Überlegung, welcher Versicherungstyp sinnvoll ist. Hier sind folgende Optionen denkbar:

  • Neu- und Leasingwagen – stets Vollkasko
  • Finanziertes Fahrzeug – Vollkasko
  • Mittelpreisiges neues oder älteres Fahrzeug – Teilkasko
  • Günstige Altfahrzeuge, Winterfahrzeug – Haftpflichtversicherung

Grundsätzlich sollte jeder Wagen, der über einen Kredit finanziert wird, über eine Vollkasko-Versicherung versichert werden. Das gilt auch für sehr alte Fahrzeuge, die nur wenige Jahre gefahren werden sollen. Warum? Sollte es zu einem Unfall mit Totalschaden kommen, übernimmt die Vollkasko die Kosten. Ohne eine entsprechende Versicherung bliebe der Halter auf den Kosten sitzen, hat durch den Totalschaden kein Fahrzeug mehr, muss jedoch weiterhin den Kredit bedienen. In Verbindung mit dem Kauf eines neuen Fahrzeugs übersteigt dieses Szenario die finanzielle Kraft vieler Halter.

Es ist übrigens sinnvoll, sowohl bei der Teil- als auch bei der Vollkasko einen Wertausgleich im Falle eines Totalschadens oder Verlustes des Fahrzeugs zu integrieren. Dies ist ebenso über die Online-Versicherungen möglich, die preislich häufig noch unter den regulären Versicherungen liegen.

 

Weitere Spartipps rund ums Auto

Nicht nur Benzin, die Versicherung oder Reparaturen sind bei einem Fahrzeug teuer. Ein regelmäßiger Kostenfaktor sind die Reifen. Sie müssen zwei Mal jährlich gewechselt werden und, sobald das Profil den Anforderungen nicht mehr entspricht, ausgetauscht werden. Auch hier ist ein Vergleich sinnvoll, ebenso wie die Überlegung, ob es für die Wintermonate unbedingt die größten und breitesten Reifen für das Fahrzeug sein müssen. Um die Haltbarkeit der Reifen zu verlängern, sollten Fahrer übrigens auf die richtige Lagerung achten:

  • Beim Reifenwechsel die seitengleichen Reifen in der Position tauschen (rechts hinten nach rechts vorne)
  • die Reifen richtig lagern (aufgehängt, Reifenhalter, niemals auf Beton)
  • Reifen vor der Einlagerung säubern
  • Reifen nicht in der Sonne lagern
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Abbildung 2: Fehler bei der Lagerung von Reifen können sich als kostspielig erweisen.

Fazit – von der Spardose zur Sparhilfe

Umgangssprachlich bezeichnen wir das Auto gerne als Spardose – nur, dass es kein Geld wiedergibt. Es kann aber auch beim Sparen helfen, indem die genannten Punkte beachtet werden. Zwar lassen sich die Ausgaben nicht vollständig reduzieren, mit ein wenig Achtsamkeit, Gelassenheit im Straßenverkehr und Vergleichswillen, lassen sich jedoch Sparpotenziale in Anspruch nehmen.

Quellen:

https://www.verivox.de/…

https://www.adac.de/infotestrat/reifen…

GDV (Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft)

Bildquellen:

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