Welches Öl für meinen Motor – Überblick über Motoröle

Die Geschichte des Automobils beginnt nicht erst mit der Entwicklung des Otto- und Dieselmotors. Dennoch sind beides wichtige Meilensteine. Ursprünglich ein Luxus für wenige gut Betuchte, ist das Auto inzwischen ein Alltagsgegenstand, den Millionen Haushalte nutzen. Wer wissen will, wie viele Autos heute auf den Straßen unterwegs sind, wendet sich am besten an das Kraftfahrtbundesamt. Hier wird nicht nur zu den Neuzulassungen und Besitzwechseln Buch geführt. Die Statistiker des KBA sammeln auch Informationen zum Bestand. Demnach waren in Deutschland zum Jahresbeginn 2016 allein mehr als 45 Millionen Pkw zugelassen. Alle Kraftfahrzeugarten zusammengerechnet sind es sogar mehr als 65 Millionen Kraftfahrzeuge.

Jeder Motor braucht zwei Dinge:

  • Kraftstoff
  • Öl.

Letzteres erfüllt in erster Linie einen Zweck – es reduziert die Reibung, welche bei der Bewegung einzelner Baugruppen entsteht. Ohne Motoröl würde es beispielsweise zwischen Kolben und Zylinderinnenwand zu hohen Reibungskräften kommen. Die Folge: Ein erhöhter Verschleiß und schnelle Defekte. Motoröl vermindert diese Effekte. Damit das Öl optimal arbeiten kann, muss es gewissen Anforderungen genügen. Doch welches  Öl ist das passende für den Motor?

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Jeder Motor braucht Öl für die Schmierung. Bei Verzicht, wäre der Motor bereits nach kurzer Zeit aufgrund der Reibung komplett zerstört. Doch welches Motoröl ist letztlich das Richtige für den eigenen Wagen?

Wie sich das richtige Motoröl erkennen lässt

Besonders dann, wenn selber ein Ölwechsel durchgeführt oder Öl nachgefüllt wird, muss das richtige Motoröl ausgewählt werden. Hintergrund: Die heute im Handel verfügbaren Öle weisen ganz unterschiedliche Eigenschaften auf. So hängt die Schmierfähigkeit wesentlich von der Viskosität ab. Dabei handelt es sich um eine physikalische Eigenschaft der Motoröle, welche durch die Umgebungstemperatur beeinflusst wird.

Wo findet der Fahrzeughalter nun die Angaben zum Öl, die er verwenden muss? Prinzipiell sollte man für die entsprechende Info in der Betriebsanleitung des Pkw suchen. Hier halten die Hersteller im Abschnitt zur Wartung/zum Auffüllen in aller Regel entsprechende Informationen fest. Leider haben einige der Hersteller ganz eigene Öl-Normen entwickelt. Ein gutes Beispiel stellt in diesem Zusammenhang Volkswagen dar, jedoch lassen sich die Spezifikationen mitunter beim Hersteller erfahren.

Welche Unterschiede weisen Motorenöle auf?

Wie bereits angesprochen unterscheiden sich die heute im Handel verfügbaren Öle durch die Viskosität. Hierbei handelt es sich um ein Maß für den Fließwiderstand bzw. die Zähigkeit einer Flüssigkeit. Diese erstreckt sich bei Motorölen über ein sehr breites Spektrum. Als Autofahrer hat man die Möglichkeit, zu:

  • Mehrbereichsölen
  • Einbereichs-Ölen

zu greifen. Worum handelt es sich dabei? Einbereichs-Öle sind Schmierstoffe, die entweder für die kalte Jahreszeit – also den Winter – oder den Sommer geeignet sind. Bei Minusgraden kommt es für die Verwendung eines Öls darauf an, bis zu welcher Temperatur es gepumpt werden kann.

Erkennbar ist die Fließfähigkeit an der SAE XW-Kennung.

Beispiel: Ein Öl mit SAE 10W-Kennung können Halter bis minus 30 °C nutzen. Wer sich hingegen für ein SAE 25W-Öl entscheidet, sollte das Auto bereits bei minus 15 °C stehen lassen. Die Kennzeichnung für Sommeröle erstreckt sich von SAE 16 bis SAE 60 (hier fehlt das W als Kennungszusatz).

Die Einbereichs-Öle sind inzwischen für Pkw-Besitzer jedoch äußerst selten geworden. Der Grund ist das Aufkommen der sogenannten Mehrbereichsöle. Hierbei handelt es sich um Motoröle, die Hoch- und Niedrigtemperaturviskosität miteinander kombinieren. Ein typisches Beispiel ist das SAE 5W-40. Bei 100 °C hat es eine Viskosität von 12,5 mm²/s und kann bis minus 35 °C eingesetzt werden. So ergeben sich für Autofahrer in Deutschland keinerlei Probleme beim Einsatz des Motoröls.

Können für einen Motor unterschiedliche Öle verwendet werden?

Prinzipiell stellt sich an dieser Stelle die Frage, ob Öle gleicher Spezifikation verschiedener Hersteller verwendet werden sollen oder Öle mit variierender Viskosität. Einige Dinge sind dazu im Hinterkopf zu behalten.

Moderne Motoröle sind – auch unterschiedlicher Viskosität – zumindest in der Theorie mischbar. Aber: Durch die Verwendung von Ölen variierender Spezifikation verschieben sich natürlich die Materialeigenschaften – und zwar in Richtung des „schlechteren“ Öls. Solange die Viskosität gleich bleibt und man beispielsweise Marke A mit Marke B mischt, ist jedoch nur mit wenigen Nachteilen zu rechnen.

Heute werden mineralische und synthetische Öle angeboten. Synthetische Öle weisen dabei grundsätzlich bessere Schmiereigenschaften auf, jedoch gibt es laut motoroel-test.com durchaus Unterschiede. So wird mittels Additiven eine individuelle Abstimmung auf den jeweiligen Motor ermöglicht. Mineralische und synthetische Öle zu mischen ist zwar möglich, aber nicht unbedingt anzuraten. Für Dieselmotoren mit Partikelfilter wurden zudem spezielle Low-Ash-Motoröle eingeführt.

Die Mischbarkeit der Öle gleicher Viskosität erhält zwar die grundlegende Schmierfähigkeit, allerdings muss dem Halter hier folgender Sachverhalt klar sein: Jeder Hersteller verwendet für sein Motoröl spezifische Additive. An dieser Stelle ist beim Mischen verschiedener Marken natürlich mit Veränderungen zu rechnen.

Ebenfalls ein Auge sollte man auf sogenannte Longlife-Öle haben. Hierbei handelt es sich um Motoröl, das zu einem erweiterten Inspektionsintervall führt. Diese sollten nach Möglichkeit nicht mit anderen Ölsorten vermischt werden.

Die wichtigsten Aspekte im Überblick:

  • Motoröle sind grundsätzlich mischbar
  • Bei der Mischung unterschiedlicher Viskositäten tendiert die Mischung eher zur „schlechteren“ Lösung
  • Mineralische und synthetische Öle sollten nicht unbedingt gemischt werden
  • Unterschiedliche Additive der Hersteller können potenzielle Probleme bereiten
  • Longlife-Öle sollten nicht mit anderen Motorölen gemischt werden

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Zum Nachfüllen von Öl wird heute nicht mehr unbedingt ein Fachmann benötigt. Dies lässt sich mittlerweile auch gut allein erledigen.

Fazit: Motoröl – immer noch eine Wissenschaft für sich

Ohne Öl bleibt jeder Motor nach relativ kurzer Zeit stehen – und entpuppt sich wahrscheinlich schnell als Totalschaden. Eine sehr hohe Lebensdauer erreichen die Automotoren heute auch, weil die Motoröle immer besser geworden sind. Als Schmierstoff reduzieren diese die Reibung – und beugen Schäden am Motor vor. Von Zeit zu Zeit ist Öl nachzufüllen oder ein Wechsel durchzuführen. An dieser Stelle ist anzuraten, genau zu prüfen, welches Öl verwendet werden kann. Gerade die Viskosität spielt hier eine große Rolle. Und auch das Thema Longlife-Wartung sollte berücksichtigt werden. Darüber hinaus kann es durchaus sein, dass der entsprechende Autohersteller eigene Öl-Normen aufgestellt hat. Wer etwas Zeit und Geduld in diesen Themenbereich investiert, wird allerdings schnell die richtigen Produkte finden und muss nicht mehr jedes Mal in die Werkstatt, um Öl nachfüllen zu lassen.

Quellen und weitere Informationen:

http://www.kba.de/DE/Statistik/…

http://www.motoroel-test.com/synthetische-motoroele-im-test.html

http://www.autobild.de/artikel/motoroel-auto-bild-gibt-tipps-2612085.html

Bildquellen:

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