Tuning mit Sportluftfiltern – Was Tuner wissen müssen

Tuning mit Sportluftfiltern – Was Tuner wissen müssen

Satter Sound, nach Möglichkeit eine Steigerung der Leistung und natürlich reibungslose Abläufe unter der Motorhaube: Beim Tuning geht es nicht nur um die optische Verschönerung des eigenen Wagens. Auch im mechanischen und technischen Bereich gibt es heute einige Möglichkeiten, einem Auto zu mehr Leistung und Charakter zu verhelfen. Gerne gewählt wird hier auch der Austausch eines gewöhnlichen Luftfilters gegen einen Sportluftfilter. Dieser wirkt sich laut vielen Herstellern sowohl auf den Sound des Wagens als auch auf seine Leistung aus. Vor der Auswahl eines entsprechenden Modells sollten Interessierte sich jedoch intensiv mit der Thematik beschäftigen. Ein falsch gewählter oder gar defekter Luftfilter richtet sonst sogar irreparable Schäden an.

Arten von Sportluftfiltern

 Vor der Entscheidung für einen Sportluftfilter ist es zunächst wichtig, die verschiedenen Formen dieses Bauteils zu kennen. Tuning-Fans, die mit einem Sportluftfilter liebäugeln, können sich hier zwischen einem Austauschluftfilter und einem sogenannten offenen Luftfilter entscheiden. Während der Austauschluftfilter in der Regel aus Baumwolle besteht und ohne viel Aufwand an die gewohnte Vorrichtung geschoben werden kann, ist der Einbau eines offenen Luftfilters etwas komplizierter. Zusätzlich braucht es für einen Austauschluftfilter keine extra Abnahme durch den TÜV, was den Aufwand nach dem Tuning etwas reduziert.

Bild Motor
Abseits des Straßenverkehrs braucht es auch für einen offenen Luftfilter keine Sondergenehmigung. (Quelle: bernswaelz (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Dennoch entscheiden sich viele PKW-Besitzer für einen offenen Luftfilter. Dieser sieht schon optisch anders aus als gewöhnliche Luftfilter. In Form eines Kegels werden sie mit dem Ansaugtrakt des Motors verbunden und sorgen dort für einen deutlich gesteigerten Motorensound. Wer einen offenen Luftfilter verwenden möchte, sollte sich zuvor gründlich mit den rechtlichen Bedingungen hierfür auseinandersetzen. Es lohnt sich eine professionelle TÜV-Stelle auszusuchen und den Einbau des Sportluftfilters vor Ort genehmigen zu lassen. Dieser Schritt ist essenziell, da das Fahren mit einem nicht zugelassenen Sportluftfilter zu einem Bußgeld in Höhe von 50 Euro führen kann. Wer jedoch mit seinem Sportluftfilter gar nicht erst am Straßenverkehr teilnehmen möchte, etwa weil er sein Fahrzeug nur auf Conventions oder Tuningmessen ausstellen möchte, benötigt keine extra Genehmigung für den Einbau.

Die Auswahl des passenden Luftfilters richtet sich stets auch nach dem eigenen PKW-Modell. Es ist daher wichtig, nur Luftfilter zu verwenden, die für das jeweilige PKW-Modell geeignet sind. Aus diesem Grund werden bei seriösen Anbietern stets alle Angaben zur Kompatibilität der Luftfilter vorgegeben.

Die Auswirkung eines Sportluftfilters

Nach dem Einbau wirken sich Sportluftfilter auf zahlreiche Gebiete innerhalb des PKW aus. Hierunter fallen:

  • der Motorensound
  • der Kraftstoffverbrauch,
  • die Leistung

Insbesondere bei offenen Luftfiltern wird eine gesteigerte Lautstärke des Motors zu beobachten sein. Dies begründet sich durch die Tatsache, dass sie eine größere Menge Luft hindurch lassen und somit das Ansauggeräusch präsenter gestalten. Bei einem einfachen Austauschfilter ist diese Wirkung nicht so prägnant, weswegen viele Tuner für einen wirklichen Effekt zu offenen Filtern greifen. Auch der Verbrauch kann sich nach dem Einbau eines Sportluftfilters leicht verändern. Zumeist bemerken PKW-Besitzer einen Anstieg des Kraftstoffverbrauchs, der sich jedoch nicht allzu stark auf die Kosten auswirkt.

Bild Tacho
Eine deutliche Leistungssteigerung lässt sich erst durch einen umfangreichen Umbau des Ansaugtraktes bewirken. (Quelle: picjumbo (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Was die Leistung des PKWs nach dem Einbau eines Sportluftfilters betrifft, so wird oft eine deutliche Steigerung versprochen. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Grundprinzipiell dürfte sich durch den gesteigerten Luftdurchsatz eines offenen Filters die Leistung des PKWs erhöhen. In der Realität jedoch fällt dieser Effekt nicht so hoch wie häufig erwartet aus. Der Grund hierfür liegt darin, dass der Luftfilter nicht nur frische Luft ansaugt, sondern auch die warme Luft, die sich innerhalb des Motorraums bildet. Durch die gesteigerte Temperatur verringern sich das Volumen der Luft und zeitgleich auch die Sättigung mit Sauerstoff. Wer eine Leistungssteigerung durch den Einbau eines Sportluftftilters erwartet, sollte daher zu weiteren Maßnahmen greifen. Um eine Steigerung der Leistung zu erreichen, kann sich dann der Einbau einer Airbox lohnen, die die Luft vor dem Ansaugen ausreichend abkühlt und deren Volumen hierdurch wieder erhöht. Dann ist es tatsächlich möglich, nicht nur den Sound, sondern auch die Leistung des Motors zu verstärken.

Pflege und Reinigung nach dem Einbau

Luftfilter, egal, ob offene oder gewöhnliche Modelle, erfüllen im PKW eine entscheidende Funktion. Sie schützen den Motor vor dem Eindringen großer Schmutzpartikel, was letztlich einen Motorschaden verhindern kann. Ein Luftfilter, der dieser Funktion nicht mehr gerecht wird, ist also ein großes Risiko für die Unversehrtheit des gesamten Wagens. Auch bei einem Sportluftfilter lässt sich ein Defekt trotz der gesteigerten Lautstärke am Auftreten zusätzlicher Geräusche erkennen. Es klingt dann so, als sei gar kein Luftfilter eingebaut, sodass die Luft von außen vollkommen ungefiltert eindringen kann. Eine deutlich spürbare Erhöhung der Lautstärke sollte daher stets zu einer Überprüfung des Luftfilters führen.

Bild Auto
Nach spätestens 80.000 Kilometern sollte ein Luftfilter ausgetauscht werden. (Quelle: Joshua_Willson (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Doch auch der umgekehrte Fall kann eintreten. Wenn der eigene PKW ein stark verringertes Beschleunigungsverhalten zeigt und sich die Lautstärke spürbar verringert, so kann dies auf eine Verstopfung hindeuten. Ein verstopfter Sportluftfilter führt zu einer Unterversorgung des Motors mit Sauerstoff, wodurch seine ursprüngliche Leistung und Funktionalität stark beeinträchtigt werden kann.

Während ein defekter Luftfilter im besten Fall sofort durch ein neues Modell ausgetauscht werden sollte, können verstopfte Luftfilter durch professionelle Reinigungsvorgänge wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. Insbesondere bei Luftfiltern aus robusten Materialien wie Schaumstoff ist das mit eigens hierfür entwickelten Reinigungslösungen unkompliziert möglich. Auch das regelmäßige Ölen eines Sportluftfilters erhöht dessen Lebensdauer immens. Letztlich jedoch sollte, je nach Fahrverhalten und Art der Nutzung, auch ein Sportluftfilter nach einer Fahrleistung von 30.000 bis 80.000 Kilometern komplett ausgetauscht werden.

 

Quellen und weitere Informationen:

 

http://www.turbo-parts.de/TFSI-Tuning/2-0-TFSI/Ansaugung-Luftfilter-TFSI:::783_785_788.html

http://www.heimwerker.de/diy/auto-und-mobiles/auto-reparatur-und-wartung/luftfilter-wechseln.html

https://pixabay.com/de/ford-mustang-motor-haube-1242192/

https://pixabay.com/de/motor-motorraum-mustang-technik-1182219/

https://pixabay.com/de/tacho-auto-geschwindigkeit-865113/

 

Fahrtenbuch: Grundlagenwissen und Tipps

Bild Autofahren Bild Stift

Ein Fahrtenbuch ist oft lohnend, wenn der Anteil privater Fahrten im Vergleich zu den Gesamtfahrten nur gering ist

 Fahrtenbuch: Grundlagenwissen und Tipps

Wer benötigt ein Fahrtenbuch?

Ein Fahrtenbuch wird verwendet, um die mit einem Fahrzeug zurückgelegte Strecke und den Anlass der Fahrt zu dokumentieren. Es gibt zwei grundsätzliche Unterscheidungen, wann ein Fahrtenbuch zu führen ist:

  · Anordnung durch die zuständige Behörde nach § 31a StVZO:

Wenn der Fahrzeugführer bei einem Verstoß gegen die Verkehrsvorschriften nicht festzustellen war, ist es der zuständigen Verwaltungsbehörde erlaubt, den Fahrzeughalter zum Führen eines Fahrtenbuchs zu verpflichten. Die Mindestanforderungen an das Fahrtenbuch unterscheiden sich hierbei von der Führung des Fahrtenbuchs aus steuerlichen Gründen.

Mindestanforderungen:

  • Name, Vorname und Anschrift des Fahrzeugführers
  • Amtliches Kennzeichen des Fahrzeugführers
  • Datum und Uhrzeit zu Fahrtbeginn und Fahrtende

Zusätzlich ist das Fahrtende mit einer Unterschrift zu bestätigen und das Fahrtenbuch noch sechs Monate nach Ablauf der Zeit, für die es aufbewahrt werden muss, aufzubewahren.

  • Fahrtenbuch aus steuerlichen Gründen:

Wird ein Firmenwagen nicht nur dienstlich, sondern auch privat genutzt, hat der Arbeitnehmer dadurch einen geldwerten Vorteil, der versteuert werden muss. Es besteht die Option, den geldwerten Vorteil unter Anwendung der 1%-Regelung pauschal zu besteuern oder zum genauen Nachweis der privaten und dienstlichen Fahrten ein Fahrtenbuch zu führen.

Auch Selbstständige oder Freiberufler, die ihr Fahrzeug dienstlich und privat nutzen, können zwischen der Ein-Prozent-Regelung und dem Fahrtenbuch entscheiden.

Wurde sich für eine der beiden Optionen entschieden, muss diese das ganze Jahr über beibehalten werden. Erst zum nächsten Jahr hin kann ein Wechsel erfolgen.

  • Fahrtenbuch für Fuhrparks

Bei Unternehmen, die einen Fuhrpark aufweisen, ist es üblich, dass ein Fahrtenbuch für jedes Fahrzeug geführt wird. Nur so kann ein guter Überblick über die Verwendung und Kosten der Fahrzeuge gewährleistet werden. Oftmals bietet sich für Fuhrparks die Nutzung von elektronischen Fahrtenbüchern mit GPS an. Von Bornemann erfahren Interessierte, dass elektronische, GPS-gestützte Fahrtenbücher für die ganze Bandbreite an Fahrzeugen, wie PKW, LKW, Bus und Landmaschinen, existieren. Wichtig für das elektronische Fahrtenbuch, um vom Finanzamt anerkannt zu werden sind:

  • lückenlose und zeitnahe Eintragung aller Fahrten mit den erforderlichen Angaben (näheres siehe Punkt Fahrtenbuchregelung)
  • Manipulationssicherheit der Daten (Excel-Tabellen werden nicht akzeptiert!)
  • Daten müssen während der gesamten Aufbewahrungsfrist verfügbar und lesbar sein

Die Ein-Prozent-Regelung

Diese Regelung ist auch unter dem Namen Listenpreismethode bekannt. Sie dient zur Errechnung des geldwerten Vorteils, der sich aus der Überlassung eines Firmenfahrzeuges zur privaten Nutzung ergibt. Hierbei wird für private Fahrten der geldwerte Vorteil mit 1 % des inländischen Listenpreises angesetzt. Werden zusätzlich noch andere Fahrten durchgeführt, wie beispielsweise Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, gelten auf diese Fahrten andere Anrechnungsprozente. Gesetzliche Grundlage hierfür ist § 6 Absatz 1 Nummer 4 Satz 2 des Einkommensteuergesetz.

Auflistung der Fahrten zur Anrechnung auf die Einkommenssteuer:

Privatfahrten:                                  Aufschlag von 1 % des Listenpreises

Fahrten zwischen Wohn-

und Arbeitsstätte:                          Aufschlag von 0,03 % des Listenpreises pro gefahrenem

                                                         Kilometer. Bezieht sich nur auf einfache Strecke,

                                                         also Hin- oder Rückweg und gilt nur für tatsächlich erfolgte

                                                         Fahrten.

Fahrten im Rahmen

doppelter Haushaltsführung:       Aufschlag von 0,002 % des Listenpreises pro

                                                         Kilometer zwischen Wohnort und Beschäftigungsort.

Die Pauschale ist auf gekaufte, angemietete und geleaste Fahrzeuge anwendbar. Zu beachten ist hier, dass Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte nur anzurechnen sind, wenn das Firmenfahrzeug auch privat genutzt wird. Wird das Firmenfahrzeug nur für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte verwendet und anderweitig nur dienstlich, wird die Nutzung der Erwerbssphäre angerechnet. Dementsprechend muss keine Einkommenssteuer auf diese Fahrten abgeführt werden.

Der Listenpreis

Als Listenpreis dient jeweils die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers zum Zeitpunkt der Erstzulassung des Firmenwagens. Der Listenpreis ist unabhängig von Vergünstigungen oder Preisnachlässen. Das bedeutet, auch wenn der Firmeninhaber das Fahrzeug günstiger erstanden hat, wird bei der anfallenden Steuer die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers herangezogen.

 Die Fahrtenbuchregelung

Im Gegenzug zur Ein-Prozent-Regelung, die einen pauschal errechneten Wert darstellt, dient das Fahrtenbuch zur genauen Dokumentation tatsächlicher erfolgter Aufwendungen. Gesetzliche Grundlage ist hier § 6 Absatz 1 Nummer 4 Satz 3 des Einkommensteuergesetz.

Bei dieser Regelung werden alle mit dem Fahrzeug zusammenhängenden Kosten, auch die jährlichen Abschreibungskosten, berücksichtigt. Im Gegensatz zur Ein-Prozent-Regelung gilt hier nicht der Listenpreis, sondern der tatsächlich bezahlte Preis, inklusive Umsatzsteuer. Damit das Fahrtenbuch vom Finanzamt akzeptiert wird, muss es ordnungsgemäß geführt werden.

Dazu muss das Fahrtenbuch:

  • In gebundener Form vorliegen, die nachträgliche Änderungen ausschließt
  • Übersichtliche und lückenlose Dokumentation aufweisen
  • Zeitnahe und zeitlich fortlaufende Führung, also tägliche Dokumentation
  • alternativ ist ein elektronisches Fahrtenbuch gültig (s.a. Fahrtenbuch für Fuhrparks)

Folgende Angaben müssen enthalten sein:

  • Name und Anschrift des Fahrzeugführers
  • Amtliches Kennzeichen des Fahrzeugs
  • Datum und Uhrzeit zu Fahrtbeginn und Fahrtende
  • Kilometerstand bei Fahrtbeginn und Fahrtende
  • Anzahl gefahrener Kilometer
  • Start- und Zielort
  • Zweck der Fahrt

Bei Dienstfahrten zu mehreren Kunden hintereinander, muss jede Fahrt zu jedem Kunden einzeln aufgeführt werden. Für private Fahrten reicht die Angabe der zurückgelegten Kilometer. Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte reicht nur ein kurzer Vermerk.

Praxis-Tipps:
Tipp 1: Schriftlich die private Nutzung des Firmenfahrzeuges verbieten. Dann entsteht von Seiten des Finanzamts nicht die Vermutung, dass der Firmenwagen auch privat genutzt wird. Damit entfallen die Anwendung der Ein-Prozent-Regelung und die Pflicht zur Führung eines Fahrtenbuches. Die Einhaltung des Verbots muss vom Arbeitgeber nicht überprüft werden.

Tipp 2: Das Führen eines Fahrtenbuchs ist dann vorteilhaft, wenn der Anteil privater Fahrten an der Gesamtnutzung nur gering ist oder ein Fahrzeug mit einem hohen Listenpreis verwendet wird.

Tipp 3: Für den Fall einer Betriebsprüfung müssen dokumentierte Kilometerstände mit entsprechenden Belegen zeitlich und inhaltlich übereinstimmen. Vor Zahlung einer Werkstattrechnung sollte daher immer überprüft werden, ob der korrekte Kilometerstand eingetragen wurde.

Bildquellen:

Abbildung 1: pixabay.com © Hans (CC0 1.0)

Abbildung 2: pixabay.com © jackmac34 (CC0 1.0)

Quellen und zusätzliche Informationen:

http://www.bornemann.net/…
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__6.html

http://www.finanztip.de/dienstwagen-besteuerung

https://pixabay.com/de/stift-tinte-f%C3%BCllfederhalter-631332/

https://pixabay.com/de/stra%C3%9Fe-fahrt-autofahrt-231917/