Ärgernis für Autofahrer: Die ewige Suche nach einem Parkplatz

Die Suche nach einem Parkplatz kann Zeit und Nerven rauben. Abstellmöglichkeiten für Fahrzeuge sind allerorts knapp und in den meisten Fällen auch noch ziemlich teuer.

Für so manchen Autofahrer ist sie ein alltägliches Ärgernis: Die Suche nach einem Parkplatz. Ob in Wohngebieten, in der Stadt oder an Ballungszentren wie Bahnhöfen oder Flugplätzen – Parkplätze sind in der heutigen Zeit rar gesät. Wer nicht das Glück hat, am Arbeitsplatz über einen eigenen Parkplatz zu verfügen, muss häufig am Morgen einen zusätzlichen Zeitpuffer für die Parkplatzsuche einplanen und nicht selten einen längeren Fußmarsch in Kauf nehmen. Ähnlich gestaltet sich auch der Heimweg, wenn am Wohnort kein Privatparkplatz oder gar eine Garage zur Verfügung steht, in der das Fahrzeug abgestellt werden kann. Selbst in ruhigeren Wohngegenden herrscht oft vor allem in den Abendstunden, wenn die meisten Anwohner wieder zu Hause sind, echtes Parkchaos und so mancher Autofahrer sieht sich gezwungen, sein Fahrzeug nach einigen erfolglosen Runden um den Block auf eher abenteuerlichen Plätzen abzustellen.

Parkraumbewirtschaftung: Eine echte Herkulesaufgabe

Überall dort, wo der Bedarf an Parkplätzen die tatsächlich zur Verfügung stehenden Stellflächen übersteigt, kommt das Prinzip der so genannten Parkraumbewirtschaftung zum Tragen. Das bedeutet, dass die Stadt beziehungsweise das zuständige Straßenverkehrsamt das Parkplatzangebot im Bereich des öffentlichen Straßenraumes regelt und Parkmöglichkeiten dezidiert ausweist. Mit der gezielten Steuerung des Parkplatzangebotes sollen Straßen und Wege von frei parkenden Fahrzeugen frei gehalten und Lärm- und Umweltbelastung vor allem in Ballungszentren und Wohngegenden reduziert werden.

Grundlage der Parkraumbewirtschaftung ist die Straßenverkehrsordnung, die regelt, welche Flächen im Bereich des öffentlichen Straßenraumes zum vorübergehenden oder auch dauerhaften Abstellen von Fahrzeugen bereitgestellt werden können und wo parkende oder haltende Autos den Straßenverkehr zu stark beeinträchtigen. Je nach den örtlichen Gegebenheiten können Stellflächen am Straßenrand zur Verfügung gestellt werden, die in der Regel mit einer Parkgebühr belegt werden. Vor allem innerhalb von Städten und Regionen, in denen es ein hohes Verkehrsaufkommen und einen großen Bedarf an Parkmöglichkeiten gibt, werden zum Teil hohe Parkgebühren erhoben, um die Parkzeiten einzuschränken. Die Parkzeit wird dort mithilfe eines Parkscheinautomaten oder einer Parkuhr geregelt. Stehen ausreichen Parkflächen zur Verfügung, werden Stellplätze gelegentlich auch in Form von freiem Parken oder Parken mit Parkscheibe angeboten. In Wohngegenden wird für die Nutzung öffentlicher Parkflächen oft auch ein so genannter Parkberechtigungsausweis ausgestellt, mit dem Anwohner die öffentlichen Parkplätze kostenfrei nutzen können.

Dort, wo der Straßenverlauf ein Abstellen von Fahrzeugen nicht erlaubt, erlässt das Straßenverkehrsamt in der Regel ein eingeschränktes oder absolutes Halteverbot. Wird ein Fahrzeug in den so gekennzeichneten Flächen abgestellt, begeht der Fahrer beziehungsweise der Fahrzeughalter eine Ordnungswidrigkeit. Sein Fahrzeug kann kostenpflichtig abgeschleppt werden und es entfällt gegebenenfalls ein Bußgeld.

Mit der zunehmenden Zahl an Verkehrsteilnehmern und Fahrzeugen gestaltet sich die Parkraumbewirtschaftung zunehmend schwierig. Auch die moderne Städteplanung, die immer mehr Raum für Grünflächen und Erholungsgebiete nutzt, schränkt das Parkraumangebot zusätzlich ein. Zwar erlegt die Landesbauordnung Bauherren von Wohn- und Geschäftsgebäuden die Pflicht auf, mit dem Bau des Gebäudes auch Parkraum für die Nutzer zu schaffen, doch gerade in städtischen Ballungszentren ist dies nicht immer möglich und eine Ablösungszahlung tritt an die Stelle des geschaffenen Parkraumes. In Zukunft wird es erforderlich sein, immer mehr Parkflächen in mehrstöckigen Parkhäusern und Tiefgaragen unter die Erde zu verlegen, um den Bedarf an Stellflächen für Fahrzeuge vor allem in Ballungsräumen decken zu können.

Parken kann teuer werden

So mancher Autofahrer schimpft mindestens einmal täglich über die Parkplatzsuche. Ist endlich ein Stellplatz gefunden, hört der Ärger häufig aber nicht auf, denn Parken kann teuer werden, vor allem in städtischen Gebieten mit hohem Verkehrsaufkommen. Bis zu 5,00 € kann hier eine Stunde Parkzeit kosten. Die Parktarife variieren von Stadt zu Stadt und auch innerhalb der Städte je nach Nähe zum Zentrum und Lage der Parkfläche. Vor allem im Stadtzentrum werden häufig kurze Parkzeiten von einer halben Stunde oder sogar weniger als kleinste Einheit angeboten, um die individuelle Parkdauer zu verkürzen und eine hohe Fluktuation zu gewährleisten. In ländlicheren Regionen, in denen das Verhältnis von Parkplatzangebot und Nachfrage besser aufeinander abgestimmt ist, sind die Parkgebühren in der Regel deutlich günstiger. Hier ist eine Stunde Parkzeit vielerorts bereits vor 0,50 € oder sogar weniger zu bekommen.

Städtische Gebiete setzen seit einigen Jahren mehr und mehr auf Parkhäuser und Tiefgaragen, um das Angebot an Parkflächen zu vergrößern. Auch im Bereich von Verkehrsknotenpunkten wie Bahnhöfen und Flughäfen ist häufig ein großes Parkhausangebot zu finden. Eine Übersicht bieten verschiedene Internetseiten, die sowohl die Lage des Parkhauses als auch die Anzahl aktuell freier Parkplätze und die Parktarife bereitstellen. So können sich Autofahrer beispielsweise über die Parkplätze am Flughafen Frankfurt im Internet informieren. Insbesondere um Bahnhöfe und Flughäfen herum werden Parkplätze sowohl nach individueller Parkdauer als auch nach günstigeren Tagestarifen abgerechnet. Wer sich hier frühzeitig informiert, kann unter Umständen eine Menge Geld sparen.

Sowohl die Stadt als auch private Träger bieten immer wieder Parkplätze zur Miete an, die von Anliegern genutzt werden können. Dies verursacht zwar regelmäßige monatliche Kosten, kann sich aber unter Umständen wirklich rechnen, denn in den meisten Fällen ist eine monatliche Mietgebühr niedriger als ein täglicher oder gar stündlicher Parktarif, ganz zu schweigen von einem Bußgeld und den Abschleppkosten, die für ein widerrechtlich abgestelltes Fahrzeug erhoben werden.

Ein kleiner Tipp für den Steuerzahler: Ein Parkplatz in der Nähe des Arbeitsplatzes, der vom Arbeitnehmer angemietet wird, kann nicht von der Steuer abgesetzt werden. In diesem Fall gelten die Kosten für den Parkplatz als mit der Entfernungspauschale abgegolten. Anders sieht es aus, wenn der Arbeitgeber einen entsprechenden Parkplatz für seinen Angestellten anmietet und ihm diesen kostenfrei zur Verfügung stellt. Die hierfür anfallenden Kosten zählen für den Arbeitgeber nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Er hat für die Mietkosten des Stellplatzes deshalb auch keine Sozialabgaben abzuführen.

Die Überlegung, einen festen Parkplatz über den Arbeitgeber oder privat anzumieten, lohnt sich also in den meisten Fällen. Über die rechtlichen Grundlagen, die für die Anmietung eines PKW-Stellplatzes gelten, informiert unter anderem das Internetportal mietrechtslexikon.de (siehe weiterführende Links).

Weiterführende Links:

http://www.strassenverkehrsamt.de/…

https://www.parkplatzvergleich.de/

https://www.adac.de/reise_freizeit/…

http://www.steuertipps.de/lexikon/…

http://www.mietrechtslexikon.de/…

Bildquellen:

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