Mythos Ganzjahresreifen – Gerüchte und Fakten

Die Reifen an einem Fahrzeug tragen einen großen Teil zur Sicherheit bei und sind darüber hinaus für viele Halter ein regelrechtes Prestigeobjekt. Doch geht es um das Thema Winterbereifung, sind sich viele Autobesitzer uneinig, was vor allem der eigenwilligen Formulierung innerhalb der StVO geschuldet ist. Aufgrund dieser Unsicherheiten kreisen viele Mythen um das Thema Winter- und Ganzjahresreifen in den Köpfen der Bevölkerung. Aber wie sieht eigentlich die Faktenlage aus?

Mythen und Gerüchte rund um das Themas Winter- und Ganzjahresreifen

Wird eine große Anzahl an Autofahrern zum Thema Winter- und Ganzjahresreifen befragt, erhält man in der Regel eine Reihe von Behauptungen, die sich nicht selten gegenseitig widersprechen. Die Mythen um die richtige Bereifung fangen dabei schon bei der Frage an, wann welche Reifen aufgezogen werden müssen. So sind einige der Überzeugung, es gäbe eine festgelegte, zeitgebundene Frist, in denen der Gesetzgeber vorschreibt, dass nur mit entsprechender Winterbereifung gefahren werden darf. Hierbei handelt es sich allerdings um einen weitverbreiteten Irrglauben, da die StVO lediglich aussagt, dass bei jeder Fahrt die Bereifung den Witterungsverhältnissen angepasst werden muss. Entgegen eines weiteren Gerüchts, gilt dies für alle Reifen und nicht nur für die Pneus an der Antriebsachse.

Um dem lästigen Umrüsten von Sommer- auf Winterreifen zu entgehen, entscheiden sich viele Halter für Ganzjahresreifen und untermalen ihre Entscheidung häufig mit Argumenten, die sich bei genauerem Hinsehen als Trugschluss enttarnen. So wird die Anschaffung von Ganzjahresreifen häufig mit einer Kosteneinsparung begründet, da anstatt acht Pneus nur vier Exemplare gekauft werden müssen. Dies mag im ersten Moment zwar logisch erscheinen, jedoch sind Ganzjahresreifen nur ein Kompromiss aus den saisonalen Pneus und weisen daher einen höheren Abrieb auf. Langfristig führt das dazu, dass wesentlich öfter neue Reifen angeschafft werden müssen. Weiterhin wird behauptet, dass Ganzjahresreifen bessere Fahreigenschaften bieten. Hierbei handelt es sich um einen schwerwiegenden Irrtum, da bei saisonalen Pneus die Gummimischung exakt auf die entsprechenden Temperaturbereiche abgestimmt ist, um ein optimales Fahrverhalten zu bieten. Die Elastizität von Ganzjahresreifen muss hingegen sowohl für kalte als auch warme Temperaturen ausreichend groß sein, was eine Kompromisslösung ist und sich im direkten Vergleich nachteilig auf das Fahrverhalten auswirkt.

Was ist beim Kauf von Ganzjahresreifen zu beachten?

Wer sich dazu entscheidet, Ganzjahresreifen zu kaufen, sollte einige Faktoren beachten, um die bestmögliche Lösung zu finden. Zwar gibt es keine festgelegte Kennzeichnung für Ganzjahresreifen, die meisten Exemplare lassen sich aber anhand des M+S- beziehungsweise M&S-Siegels erkennen. Eine weitere Kennung ist ein Siegel mit einer Schneeflocke, das sich auf der Reifenflanke befindet. Die Kennzeichnungen stehen stellvertretend dafür, dass die Reifen auf Matsch und gefrorenem Schnee eine ausreichende Haftung aufweisen. Auf dem Markt gibt es ein großes Spektrum an Ganzjahresreifen und ein weiterer Mythos behauptet, dass die teuersten Pneus dabei auch immer gleich die besten sind. Hierbei handelt es sich ebenfalls um ein reines Gerücht, da der Preis nicht unbedingt im direkten Verhältnis zur Qualität steht.

Da der Preis nur eine bedingte Aussagekraft besitzt, sollten bei der Auswahl unbedingt Reifentests herangezogen werden. Eine gute Möglichkeit ist dabei der Ganzjahresreifen-Test von Tirendo. Der Test umfasst eine Vielzahl an Modellen unterschiedlicher Größe und listet sie entsprechend ihrer Testplatzierung übersichtlich auf. Die Ergebnisse können dabei auch rückwirkend für die letzten Jahre betrachtet werden, sodass auch ältere Modelle in die Auswahl mit eingeschlossen werden können. Neben den Einzeltests und Bewertungen, liefert der umfangreiche Ganzjahresreifen-Test von Tirendo auch eine Reihe an nützlichen Informationen, die dabei helfen, die richtige Wahl zu treffen.

http://www.stvo.de/…

https://www.bundesverband-reifenhandel.de/

http://www.tirendo.de/ganzjahresreifen-test/

Ärgernis für Autofahrer: Die ewige Suche nach einem Parkplatz

Ärgernis für Autofahrer: Die ewige Suche nach einem Parkplatz

Die Suche nach einem Parkplatz kann Zeit und Nerven rauben. Abstellmöglichkeiten für Fahrzeuge sind allerorts knapp und in den meisten Fällen auch noch ziemlich teuer.

Für so manchen Autofahrer ist sie ein alltägliches Ärgernis: Die Suche nach einem Parkplatz. Ob in Wohngebieten, in der Stadt oder an Ballungszentren wie Bahnhöfen oder Flugplätzen – Parkplätze sind in der heutigen Zeit rar gesät. Wer nicht das Glück hat, am Arbeitsplatz über einen eigenen Parkplatz zu verfügen, muss häufig am Morgen einen zusätzlichen Zeitpuffer für die Parkplatzsuche einplanen und nicht selten einen längeren Fußmarsch in Kauf nehmen. Ähnlich gestaltet sich auch der Heimweg, wenn am Wohnort kein Privatparkplatz oder gar eine Garage zur Verfügung steht, in der das Fahrzeug abgestellt werden kann. Selbst in ruhigeren Wohngegenden herrscht oft vor allem in den Abendstunden, wenn die meisten Anwohner wieder zu Hause sind, echtes Parkchaos und so mancher Autofahrer sieht sich gezwungen, sein Fahrzeug nach einigen erfolglosen Runden um den Block auf eher abenteuerlichen Plätzen abzustellen.

Parkraumbewirtschaftung: Eine echte Herkulesaufgabe

Überall dort, wo der Bedarf an Parkplätzen die tatsächlich zur Verfügung stehenden Stellflächen übersteigt, kommt das Prinzip der so genannten Parkraumbewirtschaftung zum Tragen. Das bedeutet, dass die Stadt beziehungsweise das zuständige Straßenverkehrsamt das Parkplatzangebot im Bereich des öffentlichen Straßenraumes regelt und Parkmöglichkeiten dezidiert ausweist. Mit der gezielten Steuerung des Parkplatzangebotes sollen Straßen und Wege von frei parkenden Fahrzeugen frei gehalten und Lärm- und Umweltbelastung vor allem in Ballungszentren und Wohngegenden reduziert werden.

Grundlage der Parkraumbewirtschaftung ist die Straßenverkehrsordnung, die regelt, welche Flächen im Bereich des öffentlichen Straßenraumes zum vorübergehenden oder auch dauerhaften Abstellen von Fahrzeugen bereitgestellt werden können und wo parkende oder haltende Autos den Straßenverkehr zu stark beeinträchtigen. Je nach den örtlichen Gegebenheiten können Stellflächen am Straßenrand zur Verfügung gestellt werden, die in der Regel mit einer Parkgebühr belegt werden. Vor allem innerhalb von Städten und Regionen, in denen es ein hohes Verkehrsaufkommen und einen großen Bedarf an Parkmöglichkeiten gibt, werden zum Teil hohe Parkgebühren erhoben, um die Parkzeiten einzuschränken. Die Parkzeit wird dort mithilfe eines Parkscheinautomaten oder einer Parkuhr geregelt. Stehen ausreichen Parkflächen zur Verfügung, werden Stellplätze gelegentlich auch in Form von freiem Parken oder Parken mit Parkscheibe angeboten. In Wohngegenden wird für die Nutzung öffentlicher Parkflächen oft auch ein so genannter Parkberechtigungsausweis ausgestellt, mit dem Anwohner die öffentlichen Parkplätze kostenfrei nutzen können.

Dort, wo der Straßenverlauf ein Abstellen von Fahrzeugen nicht erlaubt, erlässt das Straßenverkehrsamt in der Regel ein eingeschränktes oder absolutes Halteverbot. Wird ein Fahrzeug in den so gekennzeichneten Flächen abgestellt, begeht der Fahrer beziehungsweise der Fahrzeughalter eine Ordnungswidrigkeit. Sein Fahrzeug kann kostenpflichtig abgeschleppt werden und es entfällt gegebenenfalls ein Bußgeld.

Mit der zunehmenden Zahl an Verkehrsteilnehmern und Fahrzeugen gestaltet sich die Parkraumbewirtschaftung zunehmend schwierig. Auch die moderne Städteplanung, die immer mehr Raum für Grünflächen und Erholungsgebiete nutzt, schränkt das Parkraumangebot zusätzlich ein. Zwar erlegt die Landesbauordnung Bauherren von Wohn- und Geschäftsgebäuden die Pflicht auf, mit dem Bau des Gebäudes auch Parkraum für die Nutzer zu schaffen, doch gerade in städtischen Ballungszentren ist dies nicht immer möglich und eine Ablösungszahlung tritt an die Stelle des geschaffenen Parkraumes. In Zukunft wird es erforderlich sein, immer mehr Parkflächen in mehrstöckigen Parkhäusern und Tiefgaragen unter die Erde zu verlegen, um den Bedarf an Stellflächen für Fahrzeuge vor allem in Ballungsräumen decken zu können.

Parken kann teuer werden

So mancher Autofahrer schimpft mindestens einmal täglich über die Parkplatzsuche. Ist endlich ein Stellplatz gefunden, hört der Ärger häufig aber nicht auf, denn Parken kann teuer werden, vor allem in städtischen Gebieten mit hohem Verkehrsaufkommen. Bis zu 5,00 € kann hier eine Stunde Parkzeit kosten. Die Parktarife variieren von Stadt zu Stadt und auch innerhalb der Städte je nach Nähe zum Zentrum und Lage der Parkfläche. Vor allem im Stadtzentrum werden häufig kurze Parkzeiten von einer halben Stunde oder sogar weniger als kleinste Einheit angeboten, um die individuelle Parkdauer zu verkürzen und eine hohe Fluktuation zu gewährleisten. In ländlicheren Regionen, in denen das Verhältnis von Parkplatzangebot und Nachfrage besser aufeinander abgestimmt ist, sind die Parkgebühren in der Regel deutlich günstiger. Hier ist eine Stunde Parkzeit vielerorts bereits vor 0,50 € oder sogar weniger zu bekommen.

Städtische Gebiete setzen seit einigen Jahren mehr und mehr auf Parkhäuser und Tiefgaragen, um das Angebot an Parkflächen zu vergrößern. Auch im Bereich von Verkehrsknotenpunkten wie Bahnhöfen und Flughäfen ist häufig ein großes Parkhausangebot zu finden. Eine Übersicht bieten verschiedene Internetseiten, die sowohl die Lage des Parkhauses als auch die Anzahl aktuell freier Parkplätze und die Parktarife bereitstellen. So können sich Autofahrer beispielsweise über die Parkplätze am Flughafen Frankfurt im Internet informieren. Insbesondere um Bahnhöfe und Flughäfen herum werden Parkplätze sowohl nach individueller Parkdauer als auch nach günstigeren Tagestarifen abgerechnet. Wer sich hier frühzeitig informiert, kann unter Umständen eine Menge Geld sparen.

Sowohl die Stadt als auch private Träger bieten immer wieder Parkplätze zur Miete an, die von Anliegern genutzt werden können. Dies verursacht zwar regelmäßige monatliche Kosten, kann sich aber unter Umständen wirklich rechnen, denn in den meisten Fällen ist eine monatliche Mietgebühr niedriger als ein täglicher oder gar stündlicher Parktarif, ganz zu schweigen von einem Bußgeld und den Abschleppkosten, die für ein widerrechtlich abgestelltes Fahrzeug erhoben werden.

Ein kleiner Tipp für den Steuerzahler: Ein Parkplatz in der Nähe des Arbeitsplatzes, der vom Arbeitnehmer angemietet wird, kann nicht von der Steuer abgesetzt werden. In diesem Fall gelten die Kosten für den Parkplatz als mit der Entfernungspauschale abgegolten. Anders sieht es aus, wenn der Arbeitgeber einen entsprechenden Parkplatz für seinen Angestellten anmietet und ihm diesen kostenfrei zur Verfügung stellt. Die hierfür anfallenden Kosten zählen für den Arbeitgeber nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Er hat für die Mietkosten des Stellplatzes deshalb auch keine Sozialabgaben abzuführen.

Die Überlegung, einen festen Parkplatz über den Arbeitgeber oder privat anzumieten, lohnt sich also in den meisten Fällen. Über die rechtlichen Grundlagen, die für die Anmietung eines PKW-Stellplatzes gelten, informiert unter anderem das Internetportal mietrechtslexikon.de (siehe weiterführende Links).

Weiterführende Links:

http://www.strassenverkehrsamt.de/…

https://www.parkplatzvergleich.de/

https://www.adac.de/reise_freizeit/…

http://www.steuertipps.de/lexikon/…

http://www.mietrechtslexikon.de/…

Bildquellen:

Abbildung 1.1: pixabay.com © HebiFot (CCO 1.0)

Abbildung 1.2: pixabay.com © afrndz (CCO 1.0)