Wagenheber Kaufberatung – 5 Entscheidungskriterien im Überblick

Täglich sind in Deutschland Millionen Autofahrer unterwegs. Pendler, Touristen oder Durchreisende – die Zahl der Verkehrsteilnehmer ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Angesichts dieser Entwicklung bleibt es natürlich nicht aus, dass einzelne Autofahrer einer Panne gegenüberstehen. Automobilklubs sind schnell zur Stelle und werden zum Helfer in der Not.

Neben eine Motorpanne ist besonders ein Defekt am Fahrwerk – etwa in Form eines geplatzten Reifens – ärgerlich. Der plötzliche Verlust des Reifendrucks ist eine potenzielle Gefahr, da Kraftfahrzeuge in diesem Moment schnell unkontrollierbar werden. Wer dieser Situation aus dem Weg gehen will, muss seine Aufmerksamkeit auch auf die Reifen konzentrieren. Im Durchschnitt trifft es einen Autofahrer alle zehn Jahre. Gut, wenn man nicht nur ein Reserverad, sondern auch den Wagenheber dabei hat.

  1. Funktionsweise: hydraulisch vs. mechanisch

Wagenheber werden heute weitgehend von Privathaushalten eingesetzt – etwa wenn es um den Wechsel der Sommer- und Winterreifen geht oder im Rahmen einer Reifenpanne. Letztere ist inzwischen selten geworfen. Der ADAC zählt sie zu den sonstigen Pannenursachen, welche in der Pannenstatistik zusammen (!) rund 20 Prozent ausmachen.

Werkstätten arbeiten in aller Regel mit Hebebühnen bzw. Werkstattgruben. Aufgrund des Anwendungsbereichs muss der Wagenheber spezielle Anforderungen erfüllen. Er sollte:

  • handlich,
  • leicht,
  • unkompliziert zu bedienen und
  • schnell einsatzbereit

sein. Gleichzeitig muss der Wagenheber natürlich in der Lage sein, eine größere Last zu bewegen. Genau diese Ansprüche der Autofahrer an ihren Wagenheber haben zu den beiden heute gängigen Varianten geführt – dem mechanischen oder hydraulischen Wagenheber.

  • Der mechanische Wagenheber: Hierbei handelt es sich um eine einfache Ausführung – entweder mit Spindel- oder Zahnstangenwinde. Letztgenannte Variante beruht darauf, dass mit einer Kurbel über ein Zahnrad eine Zahnstange bewegt wird. Wesentlich verbreiteter ist der Wagenheber als Spindelwinde.
  • Der hydraulische Wagenheber: Das Funktionsprinzip hydraulischer Wagenheber beruht auf dem Prinzip der Kolbenbewegung durch Öldruck. Dieser entsteht durch die Bewegungen mit dem Pumphebel. Jeder Hub übt auf den Kolben im Hydraulikzylinder Druck aus. Dieser hebt wiederum den Tragsattel mit der auflagernden Last an. Der große Vorteil liegt darin, dass Autofahrer hydraulische Wagenheber mit deutlich weniger Kraftaufwand einsetzen können.
  1. Tragkraft: Was muss ein Pkw-Wagenheber leisten?

Grundsätzlich verfügt jeder Wagenheber über klar umrissen Belastungsgrenzen. Die Frage, welche Last der Wagenheber bewältigen muss, hat jeder Fahrzeughalter für sich zu klären. Einfache Scherenwagenheber erreichen ihre Traglastgrenze heute oft bei circa 1,5 Tonnen. Auf dem Hydraulikprinzip basierende Rangierwagenheber, die heute in einfacher Ausführung auch in Privathaushalte verstärkt zum Einsatz kommen, bewältigen in der Regel Lasten bis zu zwei Tonnen.

Jeder Autofahrer, der nach einem Wagenheber sucht, muss zuerst herausfinden, welche maximale Tragkraft überhaupt erforderlich ist. Über den Fahrzeugschein lässt sich mit wenig Mühe das Leergewicht des Pkw ermitteln. Die Gesetzmäßigkeiten hierzu sind auf folgender Seite zu finden. Anhand dieser Angabe kann anschließend zum passenden Wagenheber gegriffen werden.

Scherenwagenheber mit 1,5 Tonnen können mit Fahrzeugen aus dem oberen Mittelklassesegment mitunter bereits überfordert sein, der Rangierwagenheber hat hier selten Probleme – speziell, wenn das Gerät auf höhere Traglasten ausgelegt ist.

  1. Typ – Welche Arten Wagenheber gibt es?

Bezüglich der verschiedenen Typen von Wagenheber muss klar zwischen jenen Varianten unterschieden werden, die mechanisch bewegt werden und solchen Wagenhebern, die auf dem Hydraulikprinzip basieren. Beim mechanischen Wagenheber haben sich zwei Modellvarianten, der Wagenheber Typ Y und der Scherenwagenheber etabliert.

Letzterer beruht auch dem Prinzip, dass durch die Spindelwinde (Gewindestab, auf den die Kraft der Kurbel wirkt) die beiden Arme des Scherenwagenhebers zusammengeführt werden und sich so die Hubhöhe verändert. Beim Wagenheber Typ Y führt die Spindelwinde den Lastarm nach oben.

Bei den hydraulischen Wagenhebern ist die Variante des Rangierwagenhebers weit verbreitet, da sich mit diesem Modell auch niedrige Unterfahrhöhen realisieren lassen. Stempelheber oder andere Varianten hydraulischer Wagenheber sind Spezialisten, die eher für besondere Aufgaben geeignet sind.

Die heute gängigen Wagenheber mit Traglast:

Wagenheber Funktionstyp Traglast
Typ Y Spindelwinde (mech.) circa 1,1 t – 1,2 t
Scherenwagen Spindelwinde (mech.) circa 1,5 t (teils weniger)
Rangierwagen Hydraulik ab circa 2 t
  1. Hubhöhe und Unterfahrhöhe

Neben der Frage zur maximalen Traglast müssen für den Wagenheber-Kauf Hubhöhe und Unterfahrhöhe eine wichtige Rolle spielen. Dabei bezieht sich die Unterfahrhöhe auf jenen Abstand, der mindestens vorhanden sein muss, um den Wagenheber überhaupt unter dem Fahrzeug positionieren zu können.

Beispiel: Als Unterfahrhöhe sind 25 cm erforderlich, der Abstand zwischen Boden und Pkw liegt aber bei nur 22 cm. In diesem Fall kann der Wagenheber nicht verwendet werden. Die Hubhöhe – auch als Stemmhöhe bezeichnet – definiert jene Höhe, bis zu den Lasten sicher angehoben werden kann. Für viele Pkw ist eine Hubhöhe von 35 cm ausreichend. Es kann durch unterschiedliche Rahmenbedingungen aber nötig sein, etwas mehr Spielraum bei der Hubhöhe einzuplanen.

  1. Standsicherheit beim Wagenheber

Die Standsicherheit wird beim Wagenheber von zwei Faktoren beeinflusst:

  • dem Untergrund
  • der Grundfläche

Hinsichtlich der Grundfläche schneidet der Typ Y im Vergleich zu den anderen Modellen eher schlecht ab. Wird nicht korrekt gearbeitet, droht ein Abrutschen des Fahrzeugs. Scherenmodell steht hier zwar etwas besser da. Gerade auf unebenen Untergründen oder auf beispielsweise Split ist aber auch hier die Standsicherheit problematisch.

Durch die Tatsache, dass Rangierwagenheber meist von Haus aus eine hohe Grundfläche mitbringen und über Rollen verfügen, ist die Standsicherheit hier besser. Allerdings ist in allen drei Fällen darauf zu achten, dass die Last korrekt auf dem Tragsattel sitzt. Andernfalls wird ein Verrutschen bzw. Abrutschen des Autos beim Reifenwechsel oder Arbeiten unter dem Fahrzeug begünstigt.

Fazit: Der richtige Wagenheber für jeden Zweck

Wer selbst in Frühjahr und Herbst die Reifen wechseln will oder häufiger am „Auto schraubt“, braucht einen Wagenheber. Dieser bewegt nicht einfach nur eine Last nach oben. Gerade Standsicherheit und Belastungsfestigkeit spielen beim Kauf eine Rolle. Die technischen Daten von Fahrzeug und Wagenheber müssen deshalb zueinanderpassen. Gleichzeitig ist die Frage zu stellen, auf welchen Eigenschaften das Hauptaugenmerk liegt. Ein Rangierwagenheber bietet hohen Komfort in der Bedienung, ist für die Pannenhilfe aber meist zu unhandlich. Scherenwagenheber verbuchen hier einen Pluspunkt für sich.

Bildquellen:

Abbildung 1.2: © Hans (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Abbildung 1.1: © stux (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Informationsquellen:

https://www.vergleich.org/wagenheber/

http://www.gesetze-im-internet.de/fzv_2011/…

https://www.adac.de/infotestrat/reifen/…