Hinweise zur 24-monatigen Probezeit von Fahranfängern
Probezeit

Probezeit

Mit der bestandenen Theorie- und Praxisprüfung haben Fahranfänger die größte Hürde zum eigenen Führerschein bewältigt, aber nicht die letzte. Denn die erste Fahrerlaubnis wird für zwei Jahre nur auf Probe ausgestellt. Während dieser 24 Monate muss sich der Fahranfänger erst noch bewähren und zeigen, dass er für das Führen eines Kraftfahrzeugs im Straßenverkehr auch geeignet ist. Das gilt aber nur für den ersten Führerschein. Sprich, die Probezeit muss nur einmal durchlaufen werden.

Beispiel: Jemand hat die Fahrerlaubnis fürs Moped gemacht und die dazugehörige Probezeit schadlos überstanden. Dann braucht er beim Auto-Führerschein keine weitere Bewährungsphase von zwei Jahren absolvieren.

Kommt es in der Probezeit zu Verstößen laut Straßenverkehrsordnung (StVO), kann das zu einer Verlängerung der Bewährungszeit oder sogar zum Verlust der Fahrerlaubnis führen.

Dazu kommt es, wenn der Fahranfänger einmal schwerwiegend ("A-Verstoß") oder zweimal weniger schwerwiegend ("B-Verstoß") gegen die StVO verstößt. Bei der ersten Zuwiderhandlung muss er an einem Aufbauseminar teilnehmen und die Probezeit verlängert sich um zwei auf insgesamt vier Jahre. Folgt danach ein weiterer "A-Verstoß" oder zwei "B-Verstöße" bekommt der Fahranfänger eine Verwarnung und ihm wird nahegelegt, innerhalb von zwei Monaten freiwillig an einer verkehrspsychologischen Beratung teilzunehmen. Sollte es darüber hinaus zu einer dritten Zuwiderhandlung in der Probezeit kommen, wird der Führerschein für mindestens drei Monate entzogen. In dieser Zeit wird die Probezeit auf Eis gelegt.


Beispiele für Zuwiderhandlungen

A-Verstoß

B-Verstoß


Die Probezeit kann aber auch verkürzt werden. In einigen Bundesländern haben Fahranfänger die Möglichkeit, an einem speziellen Fortbildungsseminar für Fahranfänger (FSF-Seminar) teilzunehmen. Dadurch können sie Ihre Probezeit um ein Jahr reduzieren. Voraussetzung ist, dass sie die Führerscheinklasse B seit mindestens sechs Monaten besitzen und die ausführende Fahrschule für diese Maßnahme qualifiziert ist. Das FSF-Seminar dauert zwei bis acht Wochen und besteht aus drei Gruppensitzungen (je 90 min), eine Übungsfahrt (60 min) und verschiedenen Sicherheitsübungen (240 min).